Stand: 21.09.2019 16:34 Uhr

Klimastreik: Polizei verteidigt Einsatz bei Blockaden

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Bei einer Sitzblockade nach dem Klimastreik am Freitag tragen Einsatzkräfte einen Blockierer von der Straße.

Die Hamburger Polizei verteidigt ihren Einsatz bei der Auflösung einer Sitzblockade nach dem Klimastreik am Freitag. Im Internet hatten Nutzer den Beamten vorgeworfen, sogenannte Schmerzgriffe angewendet zu haben. Polizeisprecher Timo Zill wies das am Sonnabend zurück. Er räumte jedoch die Anwendung "einfacher körperlicher Gewalt" ein, nachdem die Demonstranten nicht auf Aufforderungen reagiert hätten. "Die Einsatzkräfte haben dies im erforderlichen Maße, ruhig, besonnen und professionell durchgesetzt."

Video von Polizeieinsatz in den Sozialen Medien

Auf Twitter waren zuvor Videos und Bilder des Einsatzes verbreitet worden. In einem Video ist etwa zu sehen, wie Polizisten einen Demonstranten in einen Spezialgriff nehmen, seinen Kopf zur Seite drehen und ihn wegtragen. In einem anderen Video ist zu sehen, wie ein Polizist eine Teilnehmerin einer Sitzblockade festhält, während ein anderer offenbar schmerzhafte Griffe an ihrer Hand anwendet.

"Eine Klima-Sitzblockade so brutal anzugehen ist echt das Letzte", äußerte sich Emily Laquer von der vom Verfassungsschutz beobachteten Interventionistischen Linken auf Twitter.

Zehntausende bei Demos in Hamburg

Hamburg war am Freitag einer der Hauptschauplätze des dritten globalen Klimastreiks der "Fridays-for-Future"-Bewegung. In der Innenstadt hatten nach Polizeiangaben etwa 70.000 Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Die Veranstalter sprachen sogar von 100.000 Demonstranten.

Mädchen auf den Schultern ihres Vaters mit Schild

Großdemo: 70.000 Menschen treten in Klimastreik

Hamburg Journal -

Weltweit haben am Freitag Millionen Menschen für den Klimaschutz demonstriert, in Hamburg zogen mehr als 70.000 Teilnehmer durch die Innenstadt - die größte Demo seit Jahrzehnten.

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Blockadeaktionen nach Ende der Demo

Nach Ende der Demonstration kam es zu mehreren Straßenblockaden zum Teil schwarz gekleideter Aktivisten - zuerst auf dem Stephansplatz. Dort besetzten mehrere Hundert Menschen die Straßenkreuzung. Die Polizei trug die Teilnehmer einzeln von der Straße und gab diese anschließend wieder frei. Auch die Kennedybrücke war zwischenzeitlich von Aktivisten blockiert.

Lombardsbrücke länger blockiert

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Auf der Lombardsbrücke kam es am Freitag zu einer Blockadeaktion.

Eine weitere Aktion auf der Lombardsbrücke lief über mehrere Stunden. Dort waren mehrere Hundert Aktivisten dem Aufruf der Gruppe "Ende Gelände Hamburg" gefolgt. Die Polizei brachte einen Wasserwerfer in Stellung. Aktivisten wurden von der Straße getragen, setzten sich aber an anderer Stelle wieder hin. Am Abend gelang es Einsatzkräften schließlich, die Aktion aufzulösen.

Verfassungsschutz warnte vor Linksextremisten

Bereits im Vorfeld hatte die Interventionistische Linke Hamburg angekündigt, den Verkehr lahmzulegen. Der Hamburger Verfassungsschutz warnte diesbezüglich davor, dass linksextremistische Gruppen damit Anschluss an das bürgerliche Spektrum suchten.

Klimaschutzpaket der Regierungskoalition

Noch während am Freitag die Demonstration lief, gab die Regierungskoalition bekannt, dass sie sich auf ein Klimaschutzpaket geeinigt hat. Es sieht vor, den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 über einen Handel mit Zertifikaten zu regeln. Der Schritt wird Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas verteuern.

Hamburg im Griff der Klimademonstranten

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.09.2019 | 16:00 Uhr

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