Stand: 06.01.2019 20:32 Uhr

Kanzlerkandidatur: Scholz bringt sich ins Spiel

Hamburgs früherer Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) will offenbar Kanzlerkandidat der SPD werden. Im Gespräch mit der "Bild am Sonntag" bekundete Scholz sein Interesse an der Kandidatur.

Obwohl sich die SPD gerade bei Umfragen unter der 20-Prozent-Marke bewegt, gibt sich Vizekanzler und Finanzminister Scholz optimistisch. Es sei möglich gegen Annegret Kramp-Karrenbauer oder Friedrich Merz (beide CDU) eine Wahl zu gewinnen. Die SPD wolle den nächsten Bundeskanzler stellen.

In Umfragen große Unterstützung

Für ihn als Vizekanzler gelte dasselbe wie für CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer: Wer sich ein solches Spitzenamt zutraue, müsse sich auch die Kanzlerschaft zutrauen, sagte Scholz. Bestimmt werden könnte der nächste SPD-Spitzenkandidat in einer Urwahl der Parteimitglieder. Dazu sagte Scholz, er zähle in Umfragen zu den Politikern mit hoher Unterstützung bei Bürgerinnen und Bürgern und bei den SPD-Anhängern.

Scholz: "Ordentlich miteinander regieren"

Kritisch äußerte sich Scholz im Interview mit der "Bild am Sonntag" zur Zukunft der Großen Koalition. Jetzt habe man den Auftrag, das Land ordentlich miteinander zu regieren. Längerfristig müsse die SPD wieder eigene Perspektiven entwickeln. Der zentrale politische Wettbewerb müsse zwischen den Volksparteien links und rechts der Mitte stattfinden, sagte Scholz.

Prägende Figur der SPD

Porträt

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Finanzminister Olaf Scholz pendelte jahrelang zwischen Landes- und Bundespolitik. Er war Erster Bürgermeister Hamburgs und gehört schon lange zu den prägenden Politikern in der SPD. mehr

Scholz ist seit Jahrzehnten eine prägende Figur in der SPD. Lange pendelte er zwischen Landes- und Bundespolitik hin und her. Er war stellvertretender Juso-Chef, Hamburgs Innensenator, Gerhard Schröders Generalsekretär, Bundesarbeitsminister und schließlich führte er die SPD 2011 in Hamburg zurück an die Macht. Im November 2016 brachte der damalige SPD-Parteichef Sigmar Gabriel Hamburgs Ersten Bürgermeister sogar als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2017 ins Gespräch - bis die Wahl auf Martin Schulz fiel. Scholz übernahm nach dem Rücktritt von Parteichef Schulz kommissarisch den Parteivorsitz der Bundes-SPD, bis die SPD bekannt gab, dass er als Bundesfinanzminister und Vizekanzler in die Große Koalition nach Berlin wechseln würde. Der kommissarische Vorsitz endete mit der Wahl von Andrea Nahles zur Parteivorsitzenden am 22. April 2018. Sein Amt als Hamburger Bürgermeister und SPD-Landeschef gab er auf.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.01.2019 | 08:00 Uhr

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