Stand: 03.04.2020 17:31 Uhr

"Hinz&Kunzt": April-Ausgabe nur online

Wegen der Corona-Krise ist das öffentliche Leben weitestgehend zum Erliegen gekommen. Viele Läden haben geschlossen, Menschen dürfen sich nur noch zu zweit in der Öffentlichkeit aufhalten. Von diesen Beschränkungen sind auch die Verkäuferinnen und Verkäufer des Straßenmagazins "Hinz&Kunzt" betroffen. Sie dürfen zurzeit keine Zeitungen verkaufen - denn auch ihr Kontakt zu anderen ist nur noch eingeschränkt möglich. Um sie trotzdem zu unterstützen, gibt es nun den Corona-Fonds von "Hinz&Kunzt". Die Zeitung selbst ist jetzt im April zum ersten Mal ausschließlich online erschienen.

Für Verkäufer wie Kai S. fällt der Verdienst weg

Die Einschränkung spürt auch Kai S. Eigentlich würde er im April die aktuelle Ausgabe der "Hinz&Kunzt" an der Mönckebergstraße in der Hamburger Innenstadt verkaufen. Seitdem er das Straßenmagazin nicht mehr verkaufen darf, ist er tagsüber zwar draußen unterwegs, hat aber keine Zeitungen mehr, die er den Leuten anbieten kann. "Da fällt eine Menge Verdienst weg", sagt Kai S.. Normalerweise sei es zur Mittagszeit in der Stadt richtig voll. Das sei schade, "aber es ist zu unserer und zu aller Sicherheit".

Soforthilfe für "Hinz&Kunzt"-Verkäufer

Um Straßenverkäufern wie Kai S. zu helfen, hat sich "Hinz&Kunzt" etwas überlegt: Bei der Ausgabestelle der Zeitungen können die Verkäufer seit dieser Woche 100 Euro in Bar als Soforthilfe abholen. Möglich macht es der sogenannte Corona-Fonds, den das Magazin mit Hilfe von Spenden eingerichtet hat. "Das ist schon wichtig, es geht nicht ohne Geld", sagt der Straßenverkäufer Kai S..

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Straßenmagazin sammelt Spenden

Bei Leserinnen und Lesern und Freunden des Straßenmagazins sammelt "Hinz und Kunzt" das Geld, das sie nun einmal pro Monat verteilen. Es gebe jedes Mal viel Dankbarkeit und tolles Feedback, erzählt Jörn Sturm, der Geschäftsführer von "Hinz und Kunzt". "Natürlich auch viel Sorgen und Frust bei den Verkäufern, weil sie natürlich lieber Zeitungen verkaufen würden, aber das geht in diesen Zeiten nicht", fügt er hinzu.

Nach 26 Jahren Print das erste mal nur online

Nach 26 Jahren erscheint das Straßenmagazin zum ersten Mal nur online. Die Redaktion arbeitet von zu Hause aus, die Zeitungsmacher kommunizieren täglich per Videochat. Nach der Entscheidung, die Zeitung im April nicht zu drucken, habe sie erst mal geweint, erzählt Chefredakteurin Birgit Müller. Es sei für sie undenkbar gewesen, nur online zu erscheinen. Aber danach habe man richtig reingehauen - genauso wie für das Printmagazin. Trotzdem: "Ich träume von dem Tag, an dem wir wieder auf die Straße gehen", sagt Müller.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 02.04.2020 | 19:30 Uhr

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