Hapag-Lloyd will offenbar Anteile an JadeWeserPort kaufen

Stand: 14.09.2021 21:41 Uhr

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd steht offenbar kurz davor, beim Tiefwasserhafen JadeWeserPort einzusteigen. Nach Informationen von NDR 90,3 könnte darüber in zwei Wochen der Aufsichtsrat von Hapag-Lloyd entscheiden.

Die weltgrößte Reederei Maersk aus Dänemark will ihren Anteil von 30 Prozent an dem Hafen in Wilhelmshaven loswerden. Hapag-Lloyd hat in den vergangenen Monaten den Einstieg geprüft - und offenbar für gut befunden. Mitzureden hat aber der Aufsichtsrat von Hapag-Lloyd. Und da hat auch die Stadt Hamburg eine Stimme, sie hält rund 14 Prozent der Aktien von Deutschlands größter Reederei.

Verliert Hamburger Hafen Umschlag?

Hapag-Lloyd ist bislang mit seinen Allianzpartnern größter Kunde im Hamburger Hafen. Innerhalb der Reedereiallianz gibt es aber auch Forderungen, Hamburg künftig weniger häufig anzulaufen. Die Hansestadt würde dadurch Umschlagsmengen verlieren.

Druck auf HHLA?

Nach Ansicht von Branchenkennern könnte Hapag-Lloyd eine Beteiligung am JadeWeserPort auch dazu nutzen, Druck auf die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) auszuüben, den größten Hafenbetreiber in Hamburg. Mit der HHLA ist Hapag-Lloyd derzeit noch eng geschäftlich verbunden, die Reederei hält Anteile am Terminal Altenwerder. Die Reederei hat sich dazu verpflichtet, genügend Schiffe dorthin zu schicken. Diese Vereinbarung aber läuft in drei Jahren aus.

Gewerkschaft sorgt sich um Arbeitsplätze

Die Gewerkschaft ver.di befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen im Hamburger Hafen und fordert wie auch die Linke und die FDP, dass die Stadt sich jetzt einschaltet. Der Senat will sich bislang aber nicht dazu äußern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.09.2021 | 06:00 Uhr

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