Hamburgs Bischöfin Fehrs ist stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende

Stand: 10.11.2021 14:39 Uhr

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs ist zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden. Die 60-Jährige bekam beim digital tagenden evangelischen Kirchenparlament am Mittwoch 116 von 139 Stimmen.

Es gab elf Nein-Stimmen und zwölf Enthaltungen der Delegierten. Fehrs nahm die Wahl im Anschluss an. "Kirsten Fehrs wird in diesem Amt ihre große seelsorgerliche Kompetenz und ihre weitreichenden Erfahrungen in der Personal- und Organisationsentwicklung einbringen können", so die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich.

Kurschus EKD-Ratsvorsitzende

Zuvor war die westfälische Präses Annette Kurschus zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt worden. Kurschus und Fehrs werden die EKD nun die kommenden sechs Jahre repräsentieren. Es ist das erste Mal, dass zwei Frauen die evangelische Kirche nach außen hin vertreten. Die 58-jährige Kurschus ist nach der Theologin Margot Käßmann erst die zweite Frau an der Spitze der EKD.

Fehrs: Seelsorge in Pandemiezeiten gefragt

Fehrs sagte nach der Wahl, dass auf die Kirche in den kommenden Jahren so viele Fragen zukämen, dass sie nur mit den gemeinsamen Kräften von Vorsitzender, Stellvertreterin und dem Rat der EKD zu bewältigen seien. "Die Pandemie hat gezeigt, dass wir als Kirche mit unserer Muttersprache gefragt sind, mit der Seelsorge." Dabei gehe es nicht nur um das Einzelgespräch, sagte Fehrs. Kirche könne in öffentlicher Seelsorge aufgreifen, "was dem Land auf der Seele liegt" - die Traurigkeit und Einsamkeit vieler Menschen in der Pandemie, das Gefühl der Verlorenheit in der Jugend.

Wichtig sei auch der Dialog der Religionen. "In unserem Migrationsland sind alle Weltreligionen vertreten." Dabei müssten alle Religionen friedvolle Akzente setzen. "Im Respekt vor den Unterschieden haben wir eine gemeinsame Aufgabe in der Gesellschaft."

Fehrs seit 2011 Bischöfin in Hamburg

Die Hamburger Bischöfin Fehrs war am Dienstag im zweiten Wahlgang der Ratswahl gewählt worden. Sie ist seit 2011 Hamburger Bischöfin. Der Sprengel Hamburg und Lübeck gehört zur Nordkirche, die 1,9 Millionen Mitglieder hat. Für Fehrs ist es die zweite Amtszeit im Rat der EKD. Sie gehörte zudem bislang dem Beauftragtenrat zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der EKD an, dessen Sprecherin sie von 2018 bis 2020 war.

Bischöfin Kirsten Fehrs sieht in die Kamera. © Nordkirche
AUDIO: Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs im Interview (9 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.11.2021 | 11:00 Uhr

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