Stand: 09.06.2020 06:07 Uhr

Hamburger Kitas ab 18. Juni in eingeschränktem Regelbetrieb

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt
Hamburgs Sozialsenatorin Leonhard: Infektionsgeschehen auf beherrschbarem Niveau. (Archivfoto)

Nach monatelangen Corona-Einschränkungen dürfen in Hamburg vom 18. Juni an wieder alle Kinder die Kindertagesstätten besuchen. In Absprache mit den Trägern soll in einem eingeschränkten Regelbetrieb zunächst eine Betreuung von 20 Stunden pro Woche möglichst an drei Wochentagen gewährleistet werden. Das sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Montag. Das Infektionsgeschehen sei in Hamburg auf einem "beherrschbaren Niveau". Deshalb sei es möglich, alle Kinder früher als geplant wieder in die Kitas zurückkehren zu lassen.

"Umsicht von allen gefordert"

"Die Erfahrungen aus der Praxis der vergangenen Wochen zeigen uns, dass sich kein Infektionsgeschehen in den Kitas entwickelt hat", sagte die Senatorin. "Dennoch: Das Virus ist nicht verschwunden, und es ist weiter Umsicht und auch etwas Rücksicht von allen gefordert." Weil die Kitas sehr unterscheidlich aufgestellt seien, müssten Eltern die genauen Betreuungszeiten mit den Trägern absprechen.

Bis zur vollständigen Rückkehr zum Regelbetrieb seien Eltern vom Kita-Beitrag befreit, sagte Leonhard. Den Trägern würden die Ausfälle der Elternanteile im Kita-Gutscheinsystem von der Stadt erstattet. Wann es wieder zu einen normalen Regelbetrieb geben könne, hänge vom Infektionsgeschehen ab und sei derzeit noch nicht absehbar.

Schrittweise Öffnung seit 18. Mai

Am 16. März waren die Kitas in Hamburg wegen der Corona-Pandemie geschlossen worden, lediglich eine Notbetreuung vor allem für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Bereichen wie dem Gesundheitswesen oder bei Polizei und Feuerwehr beschäftigt sind, wurde aufrechterhalten. Ende April war die Notbetreuung auf Kinder berufstätiger Alleinerziehender ausgeweitet worden. Seit dem 18. Mai werden in den Hamburger Kitas bereits die Fünf- und Sechsjährigen betreut, seit dem 4. Juni dürfen auch Viereinhalbjährige und ihre Geschwisterkinder wieder in die Kitas.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Leonhard im Interview mit dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen gesagt: "Unser Ziel im Moment ist es, so vielen Kindern wie möglich in den Kitas wieder Zugang zu verschaffen und vor den Sommerferien möglichst noch alle dort begrüßen zu dürfen."

Zustimmung von anderen Parteien

Die CDU begrüßte die Öffnung der Kindertagesstätten für alle Kinder. "Es wurde wirklich Zeit", erklärte die familienpolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion, Silke Seif. "Kinder brauchen Kinder. Umso dramatischer ist es, dass viele Kinder seit drei Monaten nicht mehr in den Kitas mit anderen Kindern spielen konnten." Wichtig sei nun, "dass Hygienekonzepte der Kitas verlässlich umgesetzt und eingehalten werden."

Auch für Eltern sei es eine gute Nachricht, "weil sie durch den eingeschränkten Regelbetrieb endlich wieder eine Betreuungsperspektive erhalten und dies positive Auswirkungen auf die allgemeine familiäre Situation hat", sagte Grünen-Fraktionsvize Mareike Engels.

Weitere Informationen
Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) im Interview.

Kita trotz Corona: Sozialsenatorin Leonhard optimistisch

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Ein Spielplatz mit Rutschen und einem Klettergerüst.  Foto: Manuela Gaedicke

Weitere Kinder dürfen wieder in Hamburger Kitas

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.06.2020 | 15:00 Uhr

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