Stand: 08.09.2018 10:03 Uhr

Hamburg wirbt um Forschungs-Talente in Boston

Sie wollen die besten jungen Wissenschaftler für sich gewinnen, deshalb präsentieren sich Hamburger Forschunsgeinrichtungen an diesem Wochenende in Boston auf der Talentmesse GAIN (German Academic International Network). Die Hansestadt ist in diesem Jahr Gastgeber der Messe. Dabei treffen 400 Nachwuchswissenschaftler, die zurzeit in Nordamerika forschen, Repräsentanten deutscher Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die jungen, meist deutschen Spitzenforscher, die sich dort informieren, sind heiß begehrt. Viele von ihnen planen eine Rückkehr aus familiären Gründen, weil Stipendien enden oder weil die Wissenschaft in den USA gerade einen schweren Stand hat.

Einen Schreck gab es bei der Eröffnungsrede: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) erlitt dabei einen Schwächenanfall und musste die Rede am Freitag abbrechen. Inzwischen geht es ihr wieder besser. Fegebank erwartet im Dezember Zwillinge.

Engere Zusammenarbeit mit MIT vereinbart

Zuvor hatten Hamburger Wissenschaftler und Forscher des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston eine engere Zusammenarbeit verabredet. Fegebank unterschrieb ein entsprechendes Kooperationsabkommen.

HCU, DESY und Uni profitieren

Damit soll auch die seit 2015 laufene Zusammenarbeit zwischen der HafenCity Universität (HCU) und dem MIT fortgesetzt werden - bekanntestes Projekt ist bisher das digitale Stadtmodell, mit dem sich Hamburger an der Suche für geeignete Standorte zur Flüchtlingsunterbringung beteiligt haben.

Auch das Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) und die Universität Hamburg wollen enger mit dem MIT zusammenarbeiten. Vereinbart wurde der Aufbau eines Netzwerkes, das sich mit Zukunftsfragen beschäftigen soll. Außerdem sollen Nachwuchswissenschaftler gefördert werden und zu Forschungsaufenthalten in die jeweiligen Partner-Einrichtungen eingeladen werden.

200.000 Euro für "echten Gewinn"

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Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (M.) und Gesa Ziemer von der HCU (r.) mit Kent Larson vom MIT in Boston.

Die Wissenschaftsbehörde beteiligt sich finanziell mit 200.000 Euro. "Die Zusammenarbeit mit Forschenden des MIT ist für Hamburger Hochschulen ein echter Gewinn. Wir können von der Herangehensweise und der 'Can-Do-Mentalität' lernen", freute sich Fegebank.

Es sei "ein Ritterschlag", im MIT forschen zu dürfen, sagte ein junger Wissenschaftler der HafenCity Universität. Er und andere Studierende der HCU sind eine Woche lang zu Gast im Media Lab des MIT.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.09.2018 | 20:00 Uhr

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