Stand: 18.09.2017 13:47 Uhr

Hamburg will 5.000 neue Solaranlagen bauen

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Solarstrom auf Hamburgs Dächern: Ein neues Bündnis will bis 2020 5.000 zusätzliche Solaranlagen errichten.

In Hamburg sollen in den kommenden drei Jahren 5.000 zusätzliche Solaranlagen auf Hausdächern entstehen. Darauf haben sich am Montag Vertreter von Ökomstromversorgern, Mieter- und Verbraucherschützern in Hamburg geeinigt. Zurzeit gibt es nur rund 1.000 Solaranlagen.

Bis zu 160 Euro Einsparung pro Jahr?

Wie Matthias Ederhof aus dem Vorstand der EnergieNetz Hamburg eG sagte, sollen vor allem Verbraucher von der Initiative profitieren. Eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Verbrauch könne locker 160 Euro im Jahr sparen, so Ederhof. Ederhof stellte das Bündnis am Montag in Hamburg mit Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, sowie Jan-Peter Beters von der Verbraucherzentrale Hamburg vor.

Neues Gesetz bevorzugt kurze Wege für Energie

Möglich wird der Vorstoß durch das sogenannte neue Mieterstromgesetz: Danach können Vermieter nun Solarstrom vom Dach des Hauses direkt an ihre Mieter liefern. Nach dem Willen des Gesetzgebers bekommt der Vermieter Zuschüsse für die Anlage, die Mieter sparen Geld. Sie zahlen zehn Prozent weniger für ihren Strom, weil Netzentgelte und andere Gebühren wegfallen, wenn die Energie direkt vom Dach kommt.

Bündnis bemängelt "Schönheitsfehler" bei Besteuerung

Bei diesem Verkauf gibt es nach den Worten von Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW, einen "Schönheitsfehler". Er kritisierte, dass nach dem neuen Gesetz dann Mieteinnahmen der Gewerbesteuer unterlägen. Durch diese Zusatzkosten würden sich Baugenossenschaften sowie kommunale Wohnungsunternehmen keine Anlage aufs Dach stellen, monierte Gedaschko. Er hoffe diesbezüglich, über das Bündnis Druck auf den Gesetzgeber machen zu können. Dieser habe festgelegt, dass Mieterstrom zehn Prozent günstiger angeboten werden müsse als der Energie-Bezug vom ortsüblichen Dienstleister.

Hamburgs schlechte Solarstrom-Bilanz

Gut fürs Klima sei es ohnehin, weil keine Energie mehr verschwendet werde, ergänzte Ederhof. Üblicherweise gehen beim Transport des Stroms durch lange Netze 50 Prozent der Energie verloren. Mit Infokampagnen und Veranstaltungen will das Solar-Bündnis nun Hausbesitzer und Mieter in Hamburg informieren. In Hamburg wird nach offiziellen Angaben gerade einmal ein Prozent der Energie durch Solaranlagen erzeugt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.09.2017 | 13:00 Uhr

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