Michael Westhagemann © NDR Foto: Screenshot

Hamburg: Wasserstoff-Pflicht für Hafen-Lkw?

Stand: 15.07.2020 18:24 Uhr

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) überlegt, langfristig ein Diesel-Verbot für Lastwagen im Hafen einzuführen.

Brennstoffzellen-Antriebe mit Wasserstoff seien eine saubere Alternative, sagte der Senator am Donnerstag bei der "2. Zukunftskonferenz für Industrie, Logistik und Häfen", bei der es um die Chancen der Wasserstofftechnologie ging.

Es geht um 16.000 Lkw

Er frage sich, ob er den Wasserstoff-Antrieb langfristig zur Pflicht mache für die 16.000 Lastwagen, die täglich den Hafen anfahren: "Wie lange können wir im Hafen mit der alten Antriebsart dieser Lastwagen noch leben? Oder kommen wir irgendwann zu der Entscheidung und sagen: Wir lassen zukünftig nur noch Brennstoffzellenantriebe zu?"

Bestellungen im Ausland?

Hamburgs Wirtschaftssenator setzt Deutschlands Hersteller unter Druck: Wenn diese keine Wasserstoff-betriebenen Lastwagen anbieten, müsse man eben in China und Japan kaufen.

Schleppend kommt der Einsatz von Wasserstoff bei städtischen Schiffen voran. Karsten Schönewald, Chef der "Flotte Hamburg" sagte: "Wir hatten eigentlich ein umsetzungsreífes Schiff geplan, das man hätte ausschreiben und bauen können. Es ist aber aufgrund von Finanzierungs-Thematiken nicht gebaut worden."

Was ist "grüner Wasserstoff"?

Wasserstoff ist keine Energiequelle wie Erdöl, Wind oder Sonnenenergie, sondern ein Energiespeicher. Von Natur aus kommt Wasserstoff nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser oder Erdgas. Um das farblose chemische Element aus dieser Bindung abzuspalten, ist Energie notwendig. Für umweltfreundlichen "grünen Wasserstoff" werden erneuerbare Energien wie Solar­ oder Wind-Energie verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten (Elektrolyse).

Weitere Informationen
Michael Westhagemann (parteilos) im Interview zu Wasserstoff im Hamburg Journal.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 15.07.2020 | 19:30 Uhr

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