Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard im Hamburg Journal Intervier zur Corona-Impfung © NDR

Kitas im Lockdown geöffnet: "Es geht um die Kinder"

Stand: 15.01.2021 12:10 Uhr

Wann immer es möglich ist, sollen Kinder momentan nicht in die Kitas geschickt werden - das gilt auch in Hamburg. Doch in der Hansestadt gibt es dazu keine konkreteren Vorgaben.

Der Senat überlässt es den Eltern, ob sie ihre Kinder bringen oder nicht. Nur die Betreuungszeit ist derzeit auf 8 bis 15 Uhr eingeschränkt. Viele Kitas könnten diesen Quasi-Regelbetrieb aber gar nicht leisten, meint etwa Michael Stock von der Gewerkschaft ver.di. In den Einrichtungen von Hamburgs größtem Kita-Träger Elbkinder wird aktuell rund die Hälfte der Kinder betreut.

"Bei der Mehrheit weniger als 40 Prozent"

"Wir haben ein sehr unterschiedliches Bild, über die Stadtteile verteilt", sagte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Freitagmorgen im Interview mit NDR Info. Bei der Mehrheit der Hamburger Kitas würden weniger als 40 Prozent der Kinder betreut. An einigen nicht erwarteten "Schwerpunkten" seien es aber mehr, dort würden jetzt Gespräche mit den Kita-Trägern geführt, was man tun könne, damit es weniger Kinder in der Betreuung werden.

Melanie Leonhard (SPD) spricht in der Hamburgischen Bürgerschaft. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

AUDIO: "Es geht um die Kinder" - Leonhard verteidigt Kita-Öffnung (8 Min)

Briefe an die Eltern ein mögliches Rezept

"Man könnte die Eltern noch mal konkret anschreiben, dass es bei der Betreuung um die Eltern geht, die in der Daseinsfürsorge arbeiten und dass es, wenn man in Elternzeit ist, sehr wohl vertretbar ist, sein Kind zu Hause zu betreuen in diesen Tagen." Es gehe aber auch darum, Eltern Möglichkeiten zu eröffnen, die in diesen Zeiten hoch belastet sind. "Und man muss auch noch mal sagen: Uns geht es vor allem um die Kinder." Frühe Bildung und Betreuung könne man nicht digital und auf Distanz vermitteln.

Wer ist systemrelevant?

Warum gibt es nicht die klare Vorgabe, Kinder nur dann in die Kitas zu bringen, wenn Eltern in einem systemrelevanten Beruf arbeiten oder alleinerziehend sind? Es sei beim Thema Systemrelevanz sehr umstritten, was dazugehört, sagte Leonhard. In der Großstadt Hamburg habe man im März und April die Erfahrung gemacht, dass man das sehr viel weiter fassen müsse, als die meisten Menschen das für sich tun würden. "Was ist zum Beispiel mit dem Fahrer, der die Menschen im Homeoffice beliefert? Der fällt nicht unter den Begriff 'systemrelevant'."

"Betreuungszahlen sinken im Moment"

Hamburg habe sich wie neun andere Bundesländer auch für den jetzigen Weg entschieden, um in dem momentanen Spannungsfeld allen so lange wie möglich gerecht zu werden. "Und wir stellen fest: Die Betreuungszahlen sinken auch im Moment."

Kommt ein Notbetrieb?

Sollte es zu einer auf Dienstag vorgezogenen Online-Konferenz der Länderchefs zu weiteren Lockdown-Maßnahmen kommen, könnte es auch in Hamburger Kitas dazu kommen, "dass wir in einen Notbetrieb gehen müssen".

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 15.01.2021 | 07:18 Uhr

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