Stolpersteine in der Stadt Göttingen im Vordergrund Personen stehen im Hintergrund. © NDR

Kritik an Verleger Alfred Bauer bei Stolpersteinverlegung

Stand: 06.10.2021 11:48 Uhr

An der Hoheluftchaussee in Hamburg sind am Dienstag drei neue Stolpersteine für jüdische Opfer der Nationalsozialisten verlegt worden. In diesem Zusammenhang gab es auch Kritik an dem verstorbenen Verleger und Gründer der heutigen "Bauer Media Group" Alfred Bauer.

Die Kritiker sprechen von einem Raubkauf der Häuser an der Hoheluftchaussee. Denn Ende der 1930er-Jahre hat sie Alfred Bauer von den jüdischen Eigentümern übernommen - im Rahmen der sogenannten Arisierung. "Er hat es eben, weil die Juden flüchten mussten oder ermordet wurden, für ein Butterbrot und ein Ei bekommen", sagte Peter Hess, der Initiator der Stolpersteine in Hamburg.

Hamburger Firmen sollen ihre Geschichte aufarbeiten

Eine Anfrage bei der heutigen "Bauer Media Group" sei ohne Erfolg geblieben. "Das stellt man heute immer wieder fest, dass große Hamburger Firmen ihre Geschichte nicht richtig aufgearbeitet haben. Und man ist doch ein bisschen enttäuscht, dass diese Firmen an diesen Verlegungen nicht teilnehmen oder auch vielleicht eine Patenschaft übernehmen", erklärte Hess. Doch es haben einige Bauer-Mitarbeiter auf eigene Initiative gespendet.

Und so konnte Stolpersteinerfinder Gunter Demnig am Dienstag persönlich die drei Steine verlegen. Sie erinnern an ehemalige Bewohner, die in Riga und Minsk ermordet worden sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.10.2021 | 11:00 Uhr

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