Stand: 11.08.2020 19:57 Uhr

Geld aus Berlin für den heißen Schatz von Wilhelmsburg

Rohre verlaufen in der Energiezentrale im Energiebunker Wilhelmsburg. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks
2.000 Haushalte in Wilhelmsburg werden aktuell schon vom Energiebunker aus mit Wärme versorgt.

Das Projekt, Wilhelmsburg mit CO2-freier Energie zu versorgen, startet in eine neue Phase. Das Bundeswirtschaftsministerium hat an Hamburg am Dienstag 22,5 Millionen Euro überwiesen, die es unter anderem ermöglichen sollen, nach heißem Wasser zu bohren.

Bohren nach 130 Grad heißem Wasser

In einer Tiefe von 3.500 Metern vermutet Hamburg Energie 130 Grad heißes Wasser. Dieses will der städtische Versorger mit zwei Tiefenbohrungen anzapfen, am Erdboden direkt in große Heizungsanlagen einspeisen - und abgekühlt durchs zweite Bohrloch wieder in die Tiefe jagen. Durch den Rückfluss will man Hohlräume und damit Erdbeben vermeiden.

Erste Bohrung kostet 17 Millionen Euro

17 Millionen Euro kostet allein die erste Bohrung, 13 Millionen die zweite. Aber diese wird überflüssig, wenn man unter Wilhelmsburg kein Heißwasser findet. Das Wirtschaftsministerium hilft beim Risiko und fördert weitere Projekte.

Das sogenannte "Reallabor" zur Wärmewende in Wilhelmsburg schafft auch einen riesigen Warmwasserspeicher im Boden - als Puffer für kalte Wintertage, genannt Aquifer. Das Prinzip ähnelt dem der Erdwärmenutzung, nur dass in diesem Fall einer Wasser führenden Gesteinsformation Wärme zugeführt wird. "Wir haben bei einem Pilotprojekt schon die Erfahrung gemacht, dass der Aquifer grundsätzlich funktioniert, und müssen ihn jetzt in Wilhelmsburg tatsächlich nur noch installieren", sagt Thomas-Tim Sävecke von Hamburg Energie.

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Der Energiebunker in Hamburg-Wilhelmsburg. © IBA Hamburg GmbH Foto: Martin Kunze

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.08.2020 | 18:00 Uhr

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