Stand: 29.05.2018 17:20 Uhr

G20-Täter: Razzien in vier Ländern

Bei der Fahndung nach Verdächtigen im Zusammenhang mit den schweren G20-Ausschreitungen in Hamburg haben Polizeibeamte am Dienstagmorgen in mehreren europäischen Ländern Wohnungen und linke Szenetreffs durchsucht. Unter anderem durchsuchte die Polizei nach Informationen des NDR in Italien in Rom und Genua Objekte, darunter auch die Wohnung eines Mannes, der in Hamburg bereits wegen des Angriffs auf Polizeibeamte bei den Krawallen in der Sternschanze verurteilt worden war. Inzwischen gehen die Hamburger Ermittler davon aus, dass er auch an den Krawallen an der Elbchaussee beteiligt war.

Insgesamt seien neun Objekte in der Schweiz, in Italien und Spanien durchsucht worden, sagte der Leiter der Sonderkommission "Schwarzer Block", Jan Hieber. Auch in Frankreich habe es Fahndungsmaßnahmen gegeben, so die Ermittler. "Es konnten zahlreiche Datenträger, Schriftstücke, Tatbekleidung sowie weitere tatrelevante Beweismittel gefunden und sichergestellt werden." Festnahmen habe es keine gegeben. Die Aktion solle vielmehr ein Signal sein, dass sich auch im Ausland kein mutmaßlicher Täter sicher fühlen könne.

Aktionen gegen sieben Tatverdächtige

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An der Elbchaussee hatten Randalierer am Rande des G20-Gipfels im Juli 2017 Zerstörungen angerichtet. (Archivbild)

Auch in Bremgarten in der Schweiz durchsuchten Beamte die Wohnräume eines 27-jährigen Mannes, dessen Foto die Ermittler bereits im Zusammenhang mit den Elbchaussee-Krawallen veröffentlicht hatten. In Frankreich wird nach einer Person mit europäischem Haftbefehl gefahndet. Zudem wurden in Spanien im Großraum Madrid drei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Insgesamt ermittelt die Sonderkommission dort gegen sieben Tatverdächtige, die am Abend des 7. Juli 2017 bei den schweren Krawallen im Hamburger Schanzenviertel Polizeibeamte angegriffen haben sollen.

Fokus auf Elbchaussee-Krawallen

Unterstützt wurden die Zugriffe von der europäischen Behörde Eurojust in Den Haag. Mit der Maßnahme erhofft sich die Polizei in Hamburg vor allem neue Erkenntnisse zu den Krawallen an der Elbchaussee. Dort hatte am frühen Morgen des 7. Juli 2017 eine Gruppe von etwa 220 vermummten Personen schwere Zerstörungen angerichtet.

Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. © picture alliance Foto: Ralph Goldmann

G20-Razzia: Polizei durchsucht erneut Wohnungen

NDR 90,3 -

Die Polizei hat zusammen mit Eurojust bei der Fahndung nach den Tätern bei den Krawallen am Rande des G20-Gipfels Wohnungen in Italien, Spanien und der Schweiz durchsucht.

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DNA-Spuren zu den Tätern

Wie Soko-Leiter Hieber dem Hamburg Journal mitteilte, hätten die Ermittler zuvor Videomaterial ausgewertet, das mehrere Verdächtige mit den Ausschreitungen an der Elbchaussee in Verbindung bringe. Zudem ist es den Ermittlern nach eigener Aussage gelungen, durch Auswertung von DNA-Spuren Tatverdächtigen ihre Beteiligung an den Krawallen nachzuweisen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.05.2018 | 17:00 Uhr

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