Stand: 22.06.2017 10:32 Uhr

G20: Sammelstelle für Gefangene vorgestellt

Im Vorfeld des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli in Hamburg hat die Polizei am Dienstag im Stadtteil Neuland die Gefangenensammelstelle vorgestellt. In einem leer stehenden Großmarkt sind auf rund 11.000 Quadratmetern Büro- und Zellencontainer für bis zu 400 Personen aufgestellt. Bis vor wenigen Monaten war in dem Gebäude noch eine Erstaufnahme für Flüchtlinge untergebracht.

Umbau für drei Millionen Euro

Das Gebäude wurde für rund drei Millionen Euro umgebaut und von außen mit NATO-Draht abgesichert, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben des Senats stehen nun Container mit 70 Sammel- und 50 Einzelzellen zur Verfügung. Sollte es beim G20-Gipfel zu Ausschreitungen kommen, könnten dort Festgenommene bis zur Entscheidung eines Richters über den weiteren Fortgang untergebracht werden.

Kleine Einzelzellen

Die Polizei spricht von einer vorbildlichen Einrichtung: In der Schlachthofstraße verberge sich Deutschlands modernste Gefangenensammelstelle, sagte ein Polizeisprecher NDR 90,3. Neben den Zellen gibt es Räume für die erkennunsgdienstliche Behandlung, für das Gespräch von Festgenommenen mit ihren Anwälten sowie Arzträume und Sanitärcontainer. Die Einzelzellen sind nur gut drei Quadratmeter groß. Es gibt keine Kameraüberwachung, aber einen Notfallknopf.

Die Gefangenensammelstelle in Neuland

Gerichts-Außenstelle: Möglichst schnelle Entscheidung

Gleich nebenan hat das Gericht eine Außenstelle aus Bürocontainern aufgebaut. Dort sitzen während des G20-Gipfels Staatsanwälte und Richter. Die Polizei rechnet damit, dass sich Tatverdächtige nur sechs bis zehn Stunden in der Gefangensammelstelle aufhalten werden. Nach der Identifizierung, der Vernehmung und der Anklage solle möglichst schnell entschieden werden, ob die Festgenommenen wieder freigelassen werden oder in Gewahrsam bleiben. Die Inhaftierten würden dann in andere Justizvollzugsanstalten transportiert. Das Ganze sei rechtsstaatlich angemessen, sagte der Polizeisprecher. Die "Nationale Stelle zur Verhütung von Folter" habe das Areal geprüft und für angemessen gehalten.


22.06.2017 10:36 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir schrieben, die Verurteilten würden in andere Justizvollzugsanstalten transportiert. Direkt verurteilt wird dort aber niemand. Die Redaktion bittet für diesen Fehler um Entschuldigung.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.06.2017 | 14:00 Uhr

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