Stand: 31.10.2019 16:29 Uhr

Finanzierung für Bau der neuen S4 steht

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Die S4 soll Hamburg besser mit dem Kreis Stormarn verbinden.

Der Bau der geplanten S-Bahn-Strecke von Hamburg-Altona nach Bad Oldesloe ist ein gutes Stück näher gerückt. Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich mit dem Bund auf die Finanzierung des Projekts geeinigt, wie die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen am Donnerstag mitteilten.

Bund übernimmt fast 80 Prozent der Kosten

Den Angaben der in Hamburg regierenden Parteien zufolge soll der Bau der neuen Strecke etwa 1,847 Milliarden Euro kosten. Knapp 80 Prozent davon übernimmt der Bund mit etwa 1,473 Milliarden Euro. Die restlichen gut 20 Prozent teilen sich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein - wobei die Hansestadt mit 236 Millionen Euro zwei Drittel der Kosten trägt. Schleswig-Holstein beteiligt sich mit 118 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn steuert weitere 20 Millionen Euro bei.

Bürgerschaft soll im Dezember abstimmen

Die Bürgerschaft wird nun im Verkehrs- und im Haushaltsausschuss über die Einigung beraten und anschließend im Dezember darüber abstimmen. Erst danach will die Deutsche Bahn die Förderanträge beim Bund stellen.

Einigung "ein Meilenstein"

Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion der Grünen, erklärte, die Einigung sei ein "Meilenstein", um die S4 bauen zu können. "So können wir den Menschen in großen Teilen Wandsbeks und im Kreis Stormarn endlich ein gutes Nahverkehrsangebot machen." Pendlerinnen und Pendler aus Ahrensburg und Bargteheide bekämen eine attraktive Verbindung nach Hamburg.

"Erleichterung für Tausende Pendler"

Ole Thorben Buschhüter, parlamentarischer Geschäftsführer und Verkehrsexperte der SPD-Bürgerschaftsfraktion, betonte, mit der neuen S-Bahn-Linie würden rund 250.000 Menschen an das Hamburger S-Bahn-Netz angeschlossen. "Die geplante Taktverdichtung - 10-Minuten-Takt bis Ahrensburg und 20-Minuten-Takt bis Bargteheide - bedeutet eine enorme Erleichterung für die vielen tausend Pendlerinnen und Pendler". Damit gewinne der ÖPNV an Attraktivität und motiviere zum Umstieg vom Auto auf die Bahn.

 

Ersatz für Regionalbahn

Die S4 soll den Regionalverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck verstärken und die Regionalbahnlinie RB81 ersetzen. Geplant ist, dass die S4 nördlich des S-Bahnhofs Hasselbrook aus dem bestehenden Netz ausfädelt und dann zweigleisig neben den Fernbahngleisen bis nach Ahrensburg führt. Danach soll ein kurzer eingleisiger Abschnitt folgen. Hinter dem Haltepunkt Ahrensburg-Gartenholz sollen die Züge der S4 dann auf den Fernbahngleisen bis nach Bad Oldesloe weiterfahren.

Fünf zusätzliche Haltestellen

Für die S4 sollen die fünf zusätzlichen Haltestellen Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg, Am Pulverhof und Ahrensburg-West entstehen. Außerdem hält die S4 wie bisher die Regionalbahn RB81 in Tonndorf, Rahlstedt, Ahrensburg, Ahrensburg-Gartenholz, Bargteheide, Kupfermühle und Bad Oldesloe.

Gutachter prognostizieren, dass die S4 täglich rund 97.000 Fahrgäste befördern wird. Läuft alles nach Plan, könnte der Baubeginn 2020 erfolgen. 2025 könnte die S4 auf dem ersten Teilabschnitt von Hamburg-Altona bis Hamburg-Rahlstedt rollen, zwei Jahre später könnte die gesamte Strecke ausgebaut sein.

Weitere Informationen

Neue S4 soll Fahrgastzahlen verdreifachen

Die geplante S-Bahn-Linie 4 von Hamburg nach Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe soll die Fahrgastzahlen auf der Strecke verdreifachen. Das geht aus Angaben des Senats hervor. (18.07.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.10.2019 | 17:00 Uhr

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