Stand: 11.02.2020 13:18 Uhr  - NDR 90,3

Fernbahnhof am Diebsteich kann gebaut werden

Die Bahn will den bestehenden Fernbahnhof Altona nach Norden zum Diebsteich verlegen.

In Hamburg kann der Fernbahnhof Altona nun wohl endgültig zum Diebsteich verlegt werden. Nach Informationen von NDR 90,3 hat Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) einen Kompromiss mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) erreicht. Der VCD will seine Klage gegen die Bahnhofsverlegung fallen lassen. Sie ist bisher der Grund für den Baustopp.

Verbesserungen zugesichert

Im Gegenzug sichern die Deutsche Bahn und der Senat Verbesserungen für die Kundinnen und Kunden des alten und des neuen Bahnhofs Altona zu. So kann der Bahnhof Diebsteich durch neue Weichen und Digitaltechnik mehr Regional- und Fernzüge abfertigen. Er bekommt mehr HVV-Busverbindungen und mehr Fahrradständer. Beim alten Bahnhof Altona werden der Busbahnhof und der Übergang von dort zu den verbleibenden S-Bahngleisen modernisiert. Der Einigung gingen zähe Verhandlungen voraus. Nach Informationen von NDR 90,3 kam sie erst bei Marathonsitzungen am Wochenende zustande.

Dressel zeigte sich erleichtert. "Der neu Bahnhof kann nur funktionieren, wenn wir die Leistungsfähigkeit des Systems deutlich steigern. Wir sind alle Fans des Systems Schiene und wollen, dass mehr Leute umsteigen", sagte er am Mittag.

S-Bahnhof soll in Altona bleiben

Nach den Plänen der Deutschen Bahn sollen die Fern- und Regionalzüge statt in Altona künftig am zwei Kilometer nördlich gelegenen S-Bahnhof Diebsteich halten, der dafür ausgebaut werden soll. Der Kopfbahnhof in Altona soll Platz für 1.900 Wohnungen und einen Park machen. Der S-Bahnhof und der Busbahnhof sollen jedoch in Altona bleiben.

Ursprünglich vier Klagen

Von ursprünglich vier Klägern gegen den geplanten Fernbahnhof am Diebsteich blieb zuletzt nur noch der VCD übrig. Freiwillig hatten schon eine Grundstücksgesellschaft und die Nordbahn ihre Klagen fallen lassen. Zuletzt entschied das Oberverwaltungsgericht, dass die Klage von Michael Jung, dem Sprecher der Initiative "Prellbock Altona", unzulässig ist.

"Prellbock Altona": VCD "eingeknickt"

"Prellbock Altona" nannte die Einigung einen faulen Kompromiss. Der VCD sei "eingeknickt", sagte Jung. Der Bahnhof Diebsteich sei als Fernbahnhof nach wie vor ungeeignet. Zugleich solle ein funktionierender Bahnhof aus einem belebten Quartier herausgenommen werden. Jung kündigte weitere Proteste an. "Lieber klare Position in der Öffentlichkeit beziehen als einen faulen Kompromiss mittragen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.02.2020 | 10:00 Uhr

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