Stand: 31.05.2019 08:17 Uhr

Diesel-Fahrverbote: Kerstan stellt Ende in Aussicht

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Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) glaubt, die Diesel-Fahrverboten könnten bald wieder aufgehoben werden.

Vor einem Jahr sind in Hamburg-Altona die bundesweit ersten Diesel-Fahrverbote ausgesprochen worden. Jetzt hat Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) deren Ende in Aussicht gestellt. Die Fahrverbote hätten ihren Zweck erfüllt: Die Luft in der Stresemannstraße sei sauberer geworden. Das ergab ein Gutachten der Umweltbehörde, wie Kerstan erklärte. Zu NDR 90,3 sagte er: "Bei den Durchfahrtsbeschränkungen ist es möglich, dass die erste Maßnahme in gut anderthalb Jahren aufgehoben werden könnte, wenn sich der jetzige Trend fortsetzt." 2023 könnte demnach auch das Diesel-Fahrverbot in der Max-Brauer-Allee zurückgenommen werden.

Bei Einhaltung der Grenzwerte Verbots-Aufhebung notwendig

Kerstan erklärte im Interview mit NDR 90,3, die Gerichte hätten geregelt, wie mit den Grenzwerten umzugehen sei. Könne man die erforderlichen Werte auch mit anderen Maßnahmen erreichen, dürften keine Durchfahrtsbeschränkungen verhängt werden. Sobald der Grenzwert - mit einem anständigen Puffer - eingehalten werde, müsse man die Beschränkungen wieder aufheben, so der Senator.

Grenzwerte trotz Verbots überschritten

In der Stresemannstraße ist der Stickoxidgehalt in der Luft im vergangenen Jahr um rund 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, in der Max-Brauer-Allee nur um vier Prozent. Trotz des Rückgangs liegen die Stickoxidwerte in der Verbotszone allerdings immer noch über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Umweltschützer fordern Ausweitung des Verbots

Der BUND widerspricht Kerstan deswegen: Die Fahrverbote sollten bestehen bleiben und massiv ausgeweitet werden. Außerdem sollen alte Dieselfahrzeuge mit einer Plakette gekennzeichnet werden, damit die Polizei sie bei Kontrollen besser erkennen kann.

Schilder für Verbot kosten halbe Million Euro

Die Stadt hat sich das Verbot einiges kosten lassen: Für Verbots- und Umleitungsschilder hat Hamburg eine halbe Million Euro ausgegeben. Die Polizei kontrollierte im vergangenen Jahr 20 Mal den Verkehr in den betroffenen Straßen. Rund ein Viertel der Fahrer waren dabei trotz Verbots mit einem altem Diesel unterwegs. Mit einem Knöllchen von 20 Euro kommen erwischte Autofahrer allerdings günstig weg.

Rund 323.000 Dieselfahrzeuge sind derzeit in Hamburg zugelassen, 182.000 davon erfüllen die Euro-6-Norm nicht.

Jacqueline Heemann erklärt das Dieselfahrverbot. © NDR Foto: Screenshot

Darum geht's: Diesel-Fahrverbot

NDR 90,3 -

In Hamburg gelten seit 2018 die ersten Diesel-Fahrverbote. Doch was bedeutet das konkret? Und bringen die Fahrverbote auch wirklich das gewünschte Ergebnis?

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.05.2019 | 06:00 Uhr

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