Stand: 01.09.2020 06:30 Uhr

Demonstration gegen Razzia bei Linksextremisten

Demonstrierende mit Flaggen und Bannern. © NDR Foto: Ingmar Schmidt
Im Hamburger Schanzenviertel demonstrierten am Montagabend rund 500 Unterstützerinnen und Unterstützer von "Roter Aufbau Hamburg".

Mehrere Hundert Menschen haben am Montagabend in Hamburg gegen eine Razzia bei mutmaßlichen Linksextremisten protestiert. Die Demonstrierenden zogen vom linksalternativen Zentrum Rote Flora durch das Schanzenviertel. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden von einem starken Polizeiaufgebot begleitet. Bis zum Ende der Kundgebung blieb es friedlich.

"Roter Aufbau Hamburg" im Visier

Bei einem Großeinsatz hatte die Polizei zuvor in Hamburg und Umgebung zahlreiche Wohnungen durchsucht. Insgesamt seien in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg 28 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden, teilte die Polizei mit. Die Razzia richtete sich gegen Gruppe "Roter Aufbau Hamburg". Der Schwerpunkt der Razzia lag in Hamburg, aber auch in Tornesch (Schleswig-Holstein), Stelle (Niedersachsen) und Siegen (Nordrhein-Westfalen) wurden Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht.

Ermittlungen gegen 22 Beschuldigte

Den Angaben der Polizei zufolge waren bei der Razzia insgesamt mehr als 200 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Sie hätten umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, hieß es. Laut Hamburger Staatsanwaltschaft wird gegen insgesamt 22 Beschuldigte ermittelt. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Gruppe soll für Straftaten verantwortlich sein

Die Gruppe soll zahlreiche Straftaten begangen haben, von Sachbeschädigungen an Bussen und Bahnen bis hin zu Brandstiftungen beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg. Sie wird auch für den Brandanschlag auf Privatautos eines hochrangigen Hamburger Polizisten vor vier Jahren verantwortlich gemacht. Laut Staatsanwaltschaft ist es ihr Ziel, die demokratische Gesellschaft durch ein sozialistisches System zu ersetzen, auch mithilfe von Gewalttaten. Ein Sprecher der Gruppe erklärte per Kurznachrichtendienst Twitter, die Razzien seien der größte Angriff der letzten Jahre auf die radikale Linke.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.09.2020 | 06:30 Uhr

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