Stand: 23.10.2019 17:44 Uhr

Demonstranten stürmen wieder Lucke-Vorlesung

Die Vorlesung von AfD-Mitbegründer Bernd Lucke an der Universität Hamburg ist am Mittwoch erneut gestört worden. Die Veranstaltung hatte bereits unter großen Sicherheitsvorkehrungen begonnen, als 10 bis 15 Demonstranten sich mit dem vor der Tür postierten privaten Sicherheitsdienst eine kurze, aber heftige Rangelei lieferten. Plötzlich sprang die Tür des Hörsaals auf, weitere Störer stürmten den Hörsaal und skandierten Sprüche wie "Kein Recht auf Nazipropanganda."

Eine Gruppe von Menschen versucht einen Hörsaal zu stürmen.

Lucke-Tumulte beschäftigen Bürgerschaft

Hamburg Journal -

Protestierende haben erneut die Uni-Vorlesung des AfD-Mitbegründers Bernd Lucke gestört. In der Hamburgischen Bürgerschaft wurden die Proteste kontrovers diskutiert.

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Lucke fährt diesmal davon

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Auf der Bühne des Saals zeigen die Demonstranten unter anderem eine Antifa-Flagge.

Da war Lucke bereits durch einen anderen Ausgang aus dem Hörsaal gebracht worden. Er setzte sich in ein Auto und wurde davongefahren. Auch die etwa 300 Studierenden verließen das Gebäude durch diesen Ausgang. Hinter dem Gebäude hatten zuvor mehrere Dutzend Studenten friedlich gegen Lucke demonstriert. Die Universität hatte ihre Sicherheitsmaßnahmen eng mit der Polizei abgestimmt und ausgeweitet. So gab es vor Beginn der Vorlesung Einlasskontrollen, damit nur angemeldete Studierende Zutritt zum Vorlesungssaal erhalten.

Das Präsidium der Universität verurteilte die Störungen, sieht sich aber auch an der Grenze seiner Möglichkeit, Sicherheit und Ordnung herzustellen. Dies sei nun Aufgabe der Politik, heißt es in einer schriftlichen Erklärung.

Als "Nazi-Schwein" beschimpft

Bei Luckes erster Vorlesung nach seiner Rückkehr an die Universität vor einer Woche war der Wirtschaftswissenschaftler als "Nazi-Schwein" beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert worden. In der Folge hatte es einen Schlagabtausch zwischen Lucke und der Studierendenvertretung AStA gegeben.

Fegebank: "Ich verurteile das aufs Allerschärfste"

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Nach der Vorlesung stieg Lucke in ein Auto und fuhr davon.

Auch die Hamburgische Bürgerschaft beschäftigte sich am Mittwoch mit dem Thema. "Ich verurteile aufs Allerschärfste die heutige Störung und Unterbrechung der Vorlesung von Herrn Lucke", sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in einer Aktuellen Stunde. "Wie im Hörsaal mit Herrn Lucke umgegangen wurde, widerspricht den Regeln fairer politischer und demokratischer Auseinandersetzung."

Vor einer Woche hatte sie sich weniger eindeutig geäußert und wurde dafür in den sozialen Medien und von der Opposition scharf kritisiert. "Eine klare Verurteilung von Gewalt gegenüber Freiheit, Forschung und Lehre: Frau Senatorin, das hätte letzte Woche kommen müssen", sagte Carsten Ovens von der CDU in Richtung der Senatorin. Das meinten auch FDP und der parteilose Abgeordnete Jörn Kruse: "Das Mindeste, was sie tun sollten, wäre, sich öffentlich bei Herrn Lucke zu entschuldigen." Die Linke erklärte dagegen, Lucke müsse sich seiner Verantwortung als AfD-Gründer stellen. Von der SPD hieß es, dass Polizei im Hörsaal die Ausnahme sein sollte.

Die AfD spricht von Meinungsterror

Die AfD, die die Aktuelle Stunde beantragt hatte, nannte die Tumulte "Meinungsterror in seiner übelsten Form". AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann sagte: "Linke Aktivisten können machen, was sie wollen."

Auch im Bundestag ein Thema

Auch im Bundestag wurde über die Tumulte an der Hamburger Uni gesprochen. "Keine Ideologie, keine Überzeugung kann für sich in Anspruch nehmen, über dem Gesetz zu stehen", betonte Parlamentsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) in einer Aktuellen Stunde. Die Grünen-Abgeordnete Manuela Rottmann verurteilte derartige Blockadeaktionen als "anmaßend und dumm".

NDR 90,3 Reporterin Susanne Röhse. © NDR

Wieder Tumulte an der Hamburger Uni

NDR 90,3 -

Auch die zweite Vorlesung von AfD-Mitbegründer Bernd Lucke wurde von Demonstranten gestürmt. NDR 90,3 Reporterin Susanne Röhse war dabei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.10.2019 | 15:00 Uhr

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