Stand: 08.01.2019 16:14 Uhr

Demografischer Wandel: Hamburg plant Projekte

Mit gezielten Maßnahmen in den einzelnen Quartieren will Hamburg dem demografischen Wandel begegnen und dort lebenslanges und generationenübergreifendes Wohnen fördern. So will die Hansestadt nach Angaben von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) in den kommenden Jahren 20 Nachbarschafts-Projekte unterstützen, die helfen sollen, dass sich Menschen auch im Alter in ihrem Viertel wohlfühlen.

Prüfer-Storcks will "Kümmerer" vor Ort

Was früher der Marktplatz in der Mitte eines Dorfes war, das soll künftig das Quartiers-Büro sein - ein Ort, an dem sich die Nachbarschaft treffen kann. Mit diesem Bild lässt sich das Demografie-Konzept des Hamburger Senats vielleicht am besten beschreiben. Und vor Ort soll immer ein Ansprechpartner sein - "ein Kümmerer", wie Prüfer-Storcks sagte: "Unter Kümmerer verstehe ich einen Menschen, der sich darum kümmert, dass nicht jeder in seiner Wohnung sitzt, sondern dass auch etwas gemeinschaftlich unternommen werden kann."

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"Hamburg wächst jedes Jahr um die Größe einer mittleren Stadt", sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD, Archivfoto).

Vorbild dafür ist ein Modellprojekt "LeNa - Lebendige Nachbarschaft" der städtischen Wohnungsbaugesellschaft SAGA, das es schon seit einigen Jahren gibt und das dabei helfen soll, dass alte Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben können.

Große Unterschiede in den Stadtteilen

Zwar werde die Stadt insgesamt größer, älter und vielfältiger, sagte die Gesundheitssenatorin bei der Vorlage der Fortschreibung des Demografie-Konzeptes des Senats. Jedoch gestalte sich der Wandel durch älter werdende Bevölkerung, Zuzug, Migrationsbewegung und Geburten in den Stadtteilen sehr unterschiedlich. Während die Bevölkerung beispielsweise in Groß Flottbek leicht abnehme, gebe es in Wilhelmsburg den stärksten Zuzug.

Um auf die unterschiedlichen Gegebenheiten besser reagieren zu können, werde es künftig ein kleinräumiges Demografie-Monitoring geben, "das sich auf die konkrete Entwicklung im Quartier bezieht". Bislang gab es nur regelmäßige Erhebungen für die gesamte Stadt.

Anstieg auf zwei Millionen Bewohner erwartet

Bis 2030 wird ein Anstieg der Stadtbevölkerung auf bis zu zwei Millionen erwartet. Mit einem Zuzug von etwa 30.000 Menschen "wächst Hamburg jedes Jahr um die Größe einer mittleren Stadt", sagte die Senatorin. Unter anderem sorge auch der Zuzug dafür, dass Hamburg mit einem Durchschnittsalter von 42,1 Jahren das jüngste Bundesland sei. Dennoch werde es 2035 in Hamburg 425.000 Menschen über 65 Jahre geben, davon 120.000 älter als 80.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.01.2019 | 14:00 Uhr

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