Corona: Klassenräume sollen alle 20 Minuten gelüftet werden

Stand: 29.09.2020 14:13 Uhr

Mit einem strengen Lüftungskonzept will die Hamburger Schulbehörde steigenden Corona-Infektionszahlen entgegenwirken. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat am Dienstag im Rathaus ein Konzept vorgestellt, das nach den Herbstferien gelten soll.

Corona-Ausbrüche in den Hamburger Schulen seien die absolute Ausnahme, sagte Rabe. Meistens würden sich die Kinder, Jugendlichen und die Lehrkräfte außerhalb der Schule anstecken - das Virus dann aber nicht im Unterricht weiterverbreiten.

Lüften in jeder Schulstunde

Eine junge Frau öffnet Fenster © picture-alliance/CHROMORANGE Foto: CHROMORANGE
Alle 20 Minuten sollen die Klassenzimmer gelüftet werden.

Damit das auch nach den Herbstferien so bleibt, gibt es eine neue Regel: Alle 20 Minuten sollen in allen Klassenräumen für fünf Minuten Fenster zum Stoßlüften aufgerissen werden - für fünf Minuten mindestens ein Fenster ganz, mindestens drei auf Kipp. Jede Schulstunde wird also einmal unterbrochen.

Nach Angaben des Schulsenators ist das die beste Möglichkeit, eine mögliche Virus-Konzentration aus der Luft herauszubekommen. Dass das möglich ist, habe die Behörde untersuchen lassen. Nur in 68 der rund 13.000 Klassenzimmer lassen sich die Fenster demnach nicht richtig öffnen.

Filtergeräte laut Experten nicht sinnvoll

Lüftungsgeräte für die Klassenräume - zum Beispiel sogenannte Hepa-Filter - seien nicht sinnvoll, sagte Rabe. Experten hätten gesagt: "Sorgt lieber dafür, dass jeder Hausmeister und jede Lehrkraft den berühmten Vierkant-Schlüssel hat, um die Fenster zu öffnen. Das ist wesentlich wirkungsvoller."

Keine Klassenreisen bis zum Jahresende

Klassenreisen könne es aus Infektionsschutzgründen zumindest bis Jahresende nicht wieder geben. "Eintägige Schulausflüge sind durchaus denkbar, Klassenreisen nicht", sagte Rabe.

Die Schule sei "im Großen und Ganzen" ein sicherer Ort. "Seit dem 4. August wurden aus 149 Schulen 355 mit Covid-19 infizierte Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte gemeldet. In den meisten Fällen verlief die Krankheit altersbedingt sehr milde, oft symptomfrei", sagte Rabe. Größere gesundheitliche Probleme seien nicht bekannt.

Drei Fälle von Infektionen innerhalb der Schule

In drei Fällen habe es offenbar Infektionen innerhalb einer Schule gegeben. Betroffen waren demnach die beiden Stadtteilschulen in Winterhude sowie die Julius-Leber-Schule in Schnelsen. In den anderen 146 Schulen sei das Virus von außen in die Schule eingetragen worden. Derzeit befänden sich 58 der rund 9.500 Schulklassen sowie 162 Schulbeschäftigte in Quarantäne. Schulschließungen habe es in Hamburg noch keine gegeben, betonte Rabe.

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Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.09.2020 | 14:00 Uhr

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