Airbus: Tausende Beschäftigte vor Auslagerungen

Stand: 20.05.2021 06:36 Uhr

Der Flugzeugbauer Airbus will deutlich mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hamburg in eine neue Tochtergesellschaft auslagern als bislang bekannt. Die Rede ist jetzt von etwa 4.000 Beschäftigten, die auf Finkenwerder Rümpfe bauen und diese auch technisch ausstatten.

Die Flugzeugmontage sei eine Kernkompetenz in Hamburg, sagte Andre Walter, Chef von Airbus Deutschland. Und die wolle man nicht teilen, sondern stärken - und zwar durch eine neue Tochtergesellschaft. Diese soll auch nicht verkauft werden, so Walter, der die Belegschaft und die Gewerkschaft IG Metall beruhigen will. Noch vor wenigen Wochen hatte Airbus lediglich geplant, knapp halb so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Finkenwerder auszulagern.

Gewerkschaft setzt auf die Politik

Das alles mache so oder so keinen Sinn, meint der Betriebsrat. Bei Volkswagen würde niemand auf die Idee kommen, den Bau von Karosserien auszugliedern, sagte Jürgen Kerner vom Bundesvorstand der IG Metall. Er fürchtet, dass die neue Hamburger Tochtergesellschaft künftig gegen Konkurrenz in Asien antreten muss, um Airbus-interne Aufträge zu bekommen. Um die Ausgliederung zu verhindern setzt die Gewerkschaft auf die Politik. Schließlich bekommt das Unternehmen viel staatliche Unterstützung bei der Forschung, aber auch lukrative Rüstungsaufträge.

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Beschäftigte des Airbus-Werkes in Hamburg-Finkenwerder stehen während einer außerordentlichen Betriebsversammlung vor den Toren des Werksgeländes und schwenken Fahnen der Gewerkschaft IG Metall. Die deutschen Airbus-Belegschaften und die IG Metall laufen Sturm gegen die Umbaupläne des Flugzeugbauers. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.05.2021 | 08:00 Uhr

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