Stand: 03.07.2020 10:45 Uhr  - NDR 90,3

Airbus-Krise: Mehr als 2.300 Stellen in Hamburg betroffen

5.100 Arbeitsplätze will Airbus wegen der Corona-Krise an den deutschen Standorten streichen - das hatte der europäische Flugzeugbauer schon am Dienstagabend mitgeteilt. Am Donnerstag hat die Geschäftsführung nun erstmals mit den Betriebsräten an den deutschen Standorten über Details gesprochen, wie Stellen abgebaut werden sollen. Demnach gibt es laut Airbus an allen norddeutschen Standorten zusammen 3.175 Arbeitsplätze, die aktuell und in den kommenden Jahren nicht benötigt werden. In Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel sollen 2.325 Jobs wegfallen.

350 Stellen in Stade gefährdet

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Beim Airbus-Werk in Hamburg sollen rund 2.260 Jobs wegfallen.

Besonders stark ist auch das Werk in Stade betroffen: Dort stehen 365 Stellen auf der Kippe. In Bremen stehen rund 445 Stellen auf der Streichliste. 1.100 Leiharbeiter hat Airbus seit Beginn der Corona-Krise bereits nach Hause geschickt. Mit den Betriebsräten wird jetzt auch darüber verhandelt, ob und wie die verbliebenen Beschäftigten ihre Arbeitszeit verringern - und so die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen können.

Kürzungen nicht nur in der Produktion

Arbeitsdirektor Marco Wagner sprach von der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte. Kein Bereich bei Airbus werde davon verschont, so der Arbeitsdirektor. Gekürzt werden soll also nicht nur in der Produktion. Nach der Krise werde Airbus wahrscheinlich insgesamt ein kleineres Unternehmen sein, so Wagner. Er betonte allerdings, dass der geplante Strellenabbau nicht dazu genutzt werden soll, die Fertigung weiter zu automatisieren.

Unterdessen erhöht Airbus den Druck auf die Regierungen in Deutschland und Frankreich, die Kurzarbeiterregeln auszuweiten. Dadurch könnten eventuell doch Tausende Jobs erhalten werden, die man aktuell nicht benötige, so die Unternehmensführung. Im Gespräch ist auch, die Arbeitszeit weiter zu verkürzen. Dennoch werde das alles nicht ausreichen, um ganz auf den Stellenabbau zu verzichten, sagte Wagner.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.07.2020 | 20:00 Uhr

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