Stand: 22.08.2019 10:53 Uhr

Mieterbund fordert Milliarden für Wohnungsbau

Bild vergrößern
Mehrere soziale Verbände setzen sich für den Bau von mehr Sozialwohnungen in Deutschland ein.

Der Mangel an Sozialwohnungen ist akut. Wer wenig verdient, findet in vielen Städten kaum noch eine Wohnung. Es gibt Großstädte, in denen geschätzt jeder dritte Haushalt Anspruch auf eine Sozialwohnung hätte. Fünf soziale Organisationen und Verbände der Bauwirtschaft - darunter der Deutsche Mieterbund, die Caritas und die IG BAU - gehen in die Offensive. In Berlin stellen sie eine Studie zu dem Thema vor. Das Forschungsinstitut Pestel aus Hannover kommt zu dem Schluss, dass bis 2030 jedes Jahr 155.000 neue Sozialwohnungen geschaffen werden müssten, um den Bedarf zu decken.

Groß-Siedlung Osdorfer Born. © dpa

Mieterbund: Wohnen ist ein Grundrecht

NDR Info - Aktuell -

Bund und Länder müssten jährlich 6,3 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau investieren - das hat Lukas Siebenkotten, Präsident des Deutschen Mieterbundes, auf NDR Info gefordert.

5 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Verbände fordern deutlich mehr Sozialwohnungen bis 2030

Bund und Länder müssen nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, wesentlich mehr Geld für den Bau von Sozialwohnungen bereitstellen. Auf NDR Info forderte Siebenkotten eine Summe von 6,3 Milliarden Euro jährlich.

"Wir vermuten, dass es für Investoren offensichtlich nicht attraktiv ist, in Wohnraum zu investieren, der hinterher relativ günstig vermietet wird", sagte Siebenkotten. Das Bündnis wolle deshalb erreichen, dass der Bund und die Länder sich des Problems bewusst werden. Von der jährlichen Finanzspritze von 6,3 Milliarden Euro erhofft sich Siebenkotten, dass die Zahl der Sozialwohnungen bis 2030 auf zwei Millionen erhöht werden kann. Derzeit schätzen die Autoren der Studie den Bestand in Deutschland auf 1,13 Millionen Sozialwohnungen.

Baukindergeld abschaffen?

Woher das Geld aus dem Haushalt kommen soll, ließ der Mieterbund-Präsident in dem Interview offen: "Wir sind aber der Auffassung, dass das Wohnen als Grundbedürfnis aller Menschen eine so wesentliche Bedeutung hat, dass man gucken muss, wo man im Haushalt dieses Geld herbekommt", sagte Siebenkotten.

Er könne sich jedoch vorstellen, dass das Baukindergeld abgeschafft und das Geld stattdessen zur Finanzierung von Sozialwohnungen verwendet wird. Das Baukindergeld führe aus seiner Sicht nicht zu zusätzlichem Wohnraum in Ballungsgebieten, sondern vor allem in solchen Gebieten, wo es bereits genügend Wohnraum gebe, so Siebenkotten. Es sei nun die vornehmliche Aufgabe der Politik, sich darüber Gedanken zu machen, wo das Geld herkommen könne.

Weitere Informationen

Wohnungsbau: FDP fordert weniger Vorschriften

In der Diskussion um mangelnden Wohnraum in Niedersachsen will die FDP den Bau von neuen Wohnungen durch weniger Vorschriften erleichtern. Ein Ansatz: Verdichtung und Aufstockung. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 22.08.2019 | 07:08 Uhr

Mehr Nachrichten

03:07
Hallo Niedersachsen
04:04
Hallo Niedersachsen
03:03
Schleswig-Holstein Magazin