Eine Szene aus dem Film "Der Gesang der Flusskrebse" von Olivia Newman © Sony Pictures

"Der Gesang der Flusskrebse": Liebe und Betrug im Sumpf

Stand: 14.08.2022 14:19 Uhr

Mit "Der Gesang der Flusskrebse" kommt jetzt die Verfilmung des Bestsellers von Delia Owens in die Kinos. Der Film ist ein märchenhafter Stilmix mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin, findet unsere Kritikerin.

Eine Szene aus dem Film "Der Gesang der Flusskrebse" von Olivia Newman © Sony Pictures
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von Bettina Peulecke

In der Stadt erzählt man sich Geschichten vom Marschmädchen. Die, die allein in der Wildnis aufgewachsen ist. Aber sie kannten mich nie wirklich. Wie bei den meisten Geschichten spielen Fakten keine Rolle... Kya in "Der Gesang der Flusskrebse"

Eine Szene aus dem Film "Der Gesang der Flusskrebse" von Olivia Newman © Sony Pictures
Daisy Edgar-Jones spielt Kya in "Der Gesang der Flusskrebse".

Wie bei den meisten Geschichten im Kino spielt es durchaus eine Rolle, wenn ein Film so atmosphärisch beginnt, wie "Der Gesang der Flusskrebse". Wenn sich die Bilder und die Musik und in diesem Fall auch die weibliche Erzählstimme der Protagonistin aus dem Off unmittelbar und geradezu körperlich auf das Publikum übertragen. Und zwar so, dass die flirrende Hitze und feucht-stickige Luft der Sumpflandschaft auf der Leinwand gefühlt in jede eigene Pore auf dem Kinosessel dringt - trotz Klimaanlage.

"Der Gesang der Flusskrebse": So geht Kino 

Die Macher von "Der Gesang der Flusskrebse" wissen offensichtlich, wie Kino geht. Der Film ist ein märchenhafter Mix aus einer Coming-of-Age-Außenseitergeschichte, Thriller und Romanze. Letztere oftmals hart an - manchmal sogar ein bisschen über - der Kitsch-Grenze, aber absolut mitreißend in Szene gesetzt.

Am Fuße eines Feuerwachturms mitten im unzugänglichen Marschland von North Carolina wird ein junger Mann tot aufgefunden. Wurde er ermordet? Auf jeden Fall gibt es keine Fingerabdrücke - jemand hat Beweismaterial vernichtet. Sofort fällt der Verdacht auf Kya, die allein in den Sümpfen lebt und eine Beziehung zu dem Ermordeten Chase Andrews gehabt haben soll. Ohne Beweise wird Kya verhaftet, die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe.

Daisy Edgar-Jones überzeugt als Kya 

In ihrer Zelle erzählt sie ihrem Pflichtverteitiger Tom ihre Geschichte. Wie und warum sie allein in der Marsch aufwuchs, wie sie ihre große Liebe Tate traf. Und wie sie schließlich mit Chase Andrews zusammenkam und dass, mit wenigen Ausnahmen, die Menschen im nahegelegenen Städtchen sie immer nur schikaniert haben. 

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Die faszinierende Eigenheit der jungen Frau Kya, ihre Begeisterung für und ihr symbiotisches Verhältnis mit der sie umgebenden Natur, das alles verkörpert Daisy Edgar-Jones höchst überzeugend. Die Chemie mit ihren männlichen Co-Stars stimmt und der Titelsong von Taylor Swift hat Oscar-Potential.

Stimmige Love-and-Crime-Story

Leben und Überleben, Liebe und Betrug im Südstaaten-Sumpf - thematisch könnte das ganze auch als Wahlkampfsatire durchgehen. In der Bestseller-Adaption ist "Der Gesang der Flusskrebse" eine stimmige Love-and-Crime-Story, bei der, wie bei allen Geschichten, die Vorhersehbarkeit keine große Rolle spielt.

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"Der Gesang der Flusskrebse"

Genre:
Mysterydrama
Produktionsjahr:
2022
Produktionsland:
Vereinigte Staaten
Zusatzinfo:
Mit Daisy Edgar-Jones, Taylor John Smith, Harris Dickinson, Michael Hyatt, Sterling Macer Jr., David Strathairn u.a.
Regie:
Olivia Newman
Länge:
126 Minuten
FSK:
ab 12 Jahre
Kinostart:
ab 18. August 2022

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 15.08.2022 | 07:55 Uhr

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