Stand: 11.11.2018 11:00 Uhr

Satire mit Ethan Hawke als Rock-Sänger

Juliet, Naked
, Regie: Jesse Peretz
Vorgestellt von Krischan Koch

Der Engländer Nick Hornby gehört zu den populärsten Gegenwartsautoren. Die meisten seiner Romane sind verfilmt worden, "About A Boy", "Fever Pitch" oder "High Fidelity", das Kultbuch über einen Schallplattenladen. Auch in der neuesten Hornby-Verfilmung "Juliet, Naked" mit Ethan Hawke geht es um Rockmusik und um eine Liebesgeschichte.

Annie, die in dem verschlafenen britischen Küstenstädtchen Sandcliff wohnt und der Rockstar leben in vollkommen unterschiedlichen Welten - Szene des Films "Juliet, Naked" © 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

Filmtrailer: "Juliet, Naked"

Regisseur Jesse Peretz ist mit seinem Film "Juliet, Naked" eine originelle Dreiecksgeschichte zwischen einem Fan, seinem Idol und der Frau, die zwischen ihnen steht, gelungen.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Eine festgefahrene Beziehung

Die Beziehung zwischen Annie und Duncan plätschert nur noch müde dahin. Das mittelalte, kinderlose Paar lebt nebeneinander her. Duncan ist vielmehr mit seinem großen Idol Tucker Crowe verheiratet, einem längst vergessenen Rockmusiker, der seit 25 Jahren kein Album veröffentlicht hat. Zusammen mit ein paar Freunden betreut Duncan ein Fan-Forum im Internet.

Bild vergrößern
Annie (Rose Byrne) lebt in einer Beziehung zu dritt - die Verehrung ihres Freundes Duncan (Chris O'Dowd) für den Rockstar Tucker Crowe kennt keine Grenzen.

Dann findet Annie (gespielt von Rose Byrne, bekannt durch Komödien wie "Brautalarm") eines Tages eine CD in der Post. Sie enthält unbearbeitete Uraufnahmen von Tucker Crowes letztem Album.

Duncan stellt gleich eine enthusiastische Rezension ins Internet. Annie dagegen findet das Album eher fade und postet einen respektlosen Kommentar im Fan-Forum ihres nichtsahnenden Freundes.

Intensiver Mailkontakt zu Musiker Crowe

Tucker Crowe (Ethan Hawke) antwortet Annie. Zwischen den beiden entwickelt sich ein intensiver Mailkontakt, bei dem sie sich aus ihrem Leben erzählen und sich näherkommen. Der Sänger Tucker Crowe schenkt Annie die Aufmerksamkeit, die ihr Freund Duncan ihr verweigert. Bald gesteht sie ihren Freundinnen, dass sie sich neu verliebt hat.

Nick Hornby, auf dessen gleichnamigem Roman der Film basiert, ist selbst ein großer Musikfan und -kenner. So ist der Romantitel sicherlich als Hommage an die 2003 erschienene Unplugged-Version des letzten Beatles-Albums "Let it be - Naked" zu verstehen.

Ethan Hawke als Tucker Crowe singt selbst

Bild vergrößern
Annie (Rose Byrne) findet Gefallen an Tucker Crowe (Ethan Hawke).

Die Musik aus den guten alten Zeiten ist aus den Geschichten von Nick Hornby nicht wegzudenken. Weil Tucker Crowe seine eigenen Songs eigentlich auch nicht so toll findet, singt er stattdessen lieber mal "Waterloo Sunset" von den Kinks.

Ethan Hawke schlägt sich bei den Gesangsnummern ganz wacker und spielt den abgehalfterten Folkrocker charmant zerzaust. Duncan erkennt sein großes Idol gar nicht wieder, als die drei zusammentreffen.  

So ergibt sich eine recht originelle Dreiecksgeschichte zwischen dem Fan, seinem Idol und der Frau, die zwischen ihnen steht. Die Dialoge sitzen, die Balance zwischen Komik und Melancholie stimmt, die Stimmung zwischen "High Fidelity" und "Notting Hill" sorgt für gute Laune. Eine selbstironische Satire über fanatische Musikfans und eine hübsch spröde Lovestory.

Juliet, Naked

Genre:
Romanze
Produktionsjahr:
2018
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Rose Byrne, Ethan Hawke, Chris O'Dowd
Regie:
Jesse Peretz
Länge:
98 Min.
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Kinostart:
15. November 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 12.11.2018 | 08:55 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/kultur/film/Romanze-Juliet-Naked,julietnaked114.html

Weitere Kinoneustarts der Woche

Johnny Depp als böser Zauberer Grindelwald

In "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" greift Drehbuchautorin J.K. Rowling auf bewährte Motive zurück - hängt erzählerisch aber leider in einer Endlos-Schleife fest. mehr

Mehr Kultur

03:48
DAS!

Berlin? München? Nein, Göttingen!

11.12.2018 18:45 Uhr
DAS!
43:31
NDR Fernsehen