Stand: 03.11.2019 12:00 Uhr

Nordische Filmtage: Isländisches Drama erhält NDR Filmpreis

von Thorsten Philipps

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Der isländische Schauspieler Ingvar Sigurdsson nahm den Preis für das Drama "Weißer, Weißer Tag" entgegen.

Bei der Filmpreisgala der Nordischen Filmtage hat am Sonnabend der isländische Streifen "Weißer, Weißer Tag" von Regisseur Hlynur Pálmason den mit 12.500 Euro dotierten NDR Spielfilmpreis gewonnen. Der isländische Schauspieler Ingvar Sigurdsson nahm den Preis vor 800 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur im Lübecker Theater entgegen. Sigurdsson sprach von einer großen Ehre: "Ich habe schon viele Preise bekommen, aber bei den Nordischen Filmtagen ist es etwas Besonderes, weil wir Skandinavier und Deutsche hier in Lübeck wie eine Familie zusammen sind." Insgesamt 18 Produktionen konkurrierten um die Auszeichnung, die an "Spielfilme von besonderer künstlerischer Qualität" verliehen wird. Der NDR Filmpreis ist der Hauptpreis der Nordischen Filmtage in Lübeck und wird bereits seit 1990 vom NDR ausgelobt.

Sigurdsson: Ich liebe diesen Film

In dem ausgezeichneten Film hat ein Mann seine Frau bei einem Unfall verloren und sucht nach ihrem ehemaligen Liebhaber. Auf der Suche findet er immer mehr über sich selbst heraus. "Ich liebe wirklich diese Geschichte und diesen Film. Ich bin dankbar, dass ich da mitspielen durfte, weil der Film wirklich unter die Haut geht", sagte der NDR Spielfilmpreis-Gewinner.

Buntes Filmfestival

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Julius Dommer gewann einen Preis für seinen Kurzfilm "Ascona".

Vier Preise gingen an finnische Filme, zwei an dänische und zwei an isländische Streifen - außerdem gewann der Norddeutsche Kurzfilm "Ascona" von Julius Dommer aus Ratzeburg den CineStar-Preis. Der Film zeigt, was alles auf einem Minigolfplatz in Bad Oldesloe passieren kann. Dommer freute sich über den Preis und 5.000 Euro: "Das ist der totale Wahnsinn. Ich bin voll überwältigt. Damit habe ich nicht gerechnet, weil der Film anfangs von vielen nicht gefördert wurde und jetzt das. Ich glaube, der Film besticht durch die Protagonistinnen, die einfach leidenschaftlich und witzig erzählen können - das war die halbe Miete."

Festival-Manager Florian Vollmers sagte, dass die Preisvergabe den Trend der Filmtage widerspiegelt: "Die 61. Filmtage sind so bunt wie nie zuvor!" Die künstlerische Leiterin der Nordischen Filmtage Linde Fröhlich sagte NDR Schleswig-Holstein: "Der diesjährige Wettbewerb war gespickt mit Favoriten, was das Rennen um die Preise bis zuletzt hochspannend gemacht hat. Ich freue mich sehr, dass die Preisgewinner eine Vielfalt an Genres und Filmstilen aufweisen und aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln den Zustand unserer Gesellschaft widerspiegeln."

Höchstes Preisgeld aller Zeiten

Das Preisgeld war mit insgesamt mehr als 52.000 Euro so hoch wie noch nie. Der DGB Bezirk Nord hat die Dotierung in der Kategorie Dokumentarfilm von 2.500 auf 5.000 Euro verdoppelt. Vollmers wünschte den Preisgewinnern eine erfolgreiche Kinoauswertung in Deutschland: "Nach den Nordischen Filmtagen Lübeck werden viele der hier ausgezeichneten Filme in die deutschen Kinos kommen. Ich hoffe, dass die Auszeichnungen in Lübeck dafür ein schwungvoller Start sind, und freue mich sehr, dass gute Filme aus dem Norden über die Nordischen Filmtage Lübeck ein noch größeres Publikum finden werden."

Neun Preise in fünf Kategorien

Allein in der Spielfim-Kategorie gibt es fünf verschiedene Preise: Neben dem NDR Filmpreis, gewann zum Beispiel der finnische Film "Aurora" von Miia Tervo den Preis des Freundeskreises für das Beste Spielfilm-Debüt. Den Publikumspreis der "Lübecker Nachrichten" holte sich ebenfalls mit "Meister Cheng" ein finnischer Film von Mika Kaurismäki. Der Kirchliche Filmpreis Interfilm ging an den isländischen Film "Echo" von Rúnar Rúnarsson und schließlich holte sich der dänische Film "Die Söhne Dänemarks" den Baltischen Filmpreis für einen nordischen Spielfilm. In den anderen Kategorien war zum Beispiel im Dokumentarbereich der finnische Film "Die Kraft des Volkes" von Paul-Anders Simma erfolgreich und holte den mit 5.000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis des DGB Bezirk Nord. Den Kinder- und Jugendfilmpreis sicherte sich wieder ein finnischer Film mit "Stupid Young Haert" von Selma Vilhunen und schließlich ging der Preis der Kinderjury an den dänischen Film "Lucia und der Weihnachtsmann" von Christian Dyekjær.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.11.2019 | 06:00 Uhr

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