Adam Driver als Maurizio Gucci und Lady Gaga als Patrizia Reggiani in Ridley Scotts Film "House of Gucci" © 2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc Foto: Fabio Lovino

Mord, Macht, Glamour: Lady Gaga brilliert in "House of Gucci"

Stand: 01.12.2021 15:00 Uhr

Das Krimi-Drama "House of Gucci" präsentiert ein Staraufgebot, aus dem neben Al Pacino, Adam Driver und Jeremy Irons vor allem Lady Gaga heraussticht. 1995 hatte die von ihr gespielte Patrizia Reggiani ihren Ehemann Maurizio Gucci ermorden lassen.

Lady Gaga als Patrizia Reggiani in Ridley Scotts Drama "House of Gucci" © 2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc Foto: Fabio Lovino
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von Bettina Peulecke

Als Patrizia ihrem Ehemann die Leviten liest und eine Führungsrolle nicht nur zu Hause, sondern auch in Firmenangelegenheiten einfordert, ist die Ehe zwischen ihr und Maurizio Gucci noch in Ordnung.

Patrizia: "Es ist Zeit, Ballast los zu werden. Paolo und Aldo sind Gift. Sie sind eine Zumutung für das Unternehmen, und alle wissen das. Sie müssen gehen und du musst deine verdammte Firma in den Griff kriegen."
Maurizio: "Patrizia, das ist meine Familie."
Patrizia: "Das bin ich auch." Dialog in "House of Gucci"

Liebe, Betrug und Verrat im "House of Gucci"

Aber das mit der Familie ist so eine Sache. Das italienische Modehaus Gucci ist ein Familienunternehmen, zwei Brüder und deren Söhne bilden das Fundament. Patrizia, großartig verkörpert von Lady Gaga, ist eine Frau aus kleinen Verhältnissen mit großen Ambitionen, die das Erbe der etablierten Marke ins Wanken bringt. Und als Maurizio, etwas linkisch aber ebenso analytisch dargestellt von Adam Driver, ein ernsthaftes Auge auf eine andere Frau wirft, geht Patrizia auch an der Front in die Offensive:

Patrizia: "Hast du schon mal was gestohlen, Paola?"
Paolo: "Was?" 
Patrizia: "Verzeih mir. Ich versuche gerade, Alessandra beizubringen, dass man die Finger von anderer Leute Sachen lässt. Ich würde nicht von mir behaupten, dass ich ein besonders moralischer Mensch bin. Aber ich bin fair." Dialog in "House of Gucci"

Darüber ließe sich streiten. Denn im Hause Gucci wird dank Patrizia, geliebt, betrogen und verraten, was das teure Zeug hält. Dekadenz und Rache münden schließlich in dem Mord, der weltweit für Schlagzeilen sorgte.

 

Auch in der Fachpresse wurde schon viel über dieses Filmprojekt geschrieben, das Regisseur Ridley Scott seit Jahren realisieren wollte. Stars wie Angelina Jolie, oder Penélope Cruz wurden für die weibliche Hauptrolle in Betracht gezogen, bevor der Part an Lady Gaga ging. Und die spielt Patrizia mit einer umwerfenden Mischung aus Berechnung und Unschuld - und hat am Ende sogar ein gewisses Verständnis für die Frau: "Ich glaube, die meisten Frauen würden ihren Ehemann wohl nicht gleich ermorden lassen, aber sie hat so reagiert, weil sie auch an einer systematischen Unterdrückung zu leiden hatte”, erzählt die Schauspielerin und Sängerin. "Und am Ende war sie einfach zu verletzt und sah keinen anderen Ausweg."

Lady Gaga als Patrizia Reggiani: Drei Tiere als Vorbilder

Lady Gaga ist die schillerndste Figur des Filmes, das liegt zum einen an der Rolle, aber auch an der überzeugenden Präsenz dieser Frau, die sich eine interessante Methode zur Rollenaneignung ausgesucht hat: "Ich hatte drei verschiedene Tiere als Vorbilder für meine körperliche Darstellung der Figur. Am Anfang ist sie wie eine Hauskatze, dann wird sie zur Füchsin und am Ende hat sie den Instinkt und die Dynamik eines Panthers."

Mit der Dynamik des Films verhält es sich eher andersherum. Die anfängliche Ironie wird gegen Ende zum Beispiel bei Al Pacino als einer der Gucci-Gründer fast zur Karikatur. Adam Drivers Grinsen erstarrt zur Schablone, der italienische Akzent wirkt zunehmend übertrieben. Außer bei Lady Gaga, der nimmt man auch nach einer halben Stunde Überlänge noch eine idiotische Umarmung ab. Sie macht einfach immer bella figura!

House of Gucci

Genre:
Krimi-Drama
Produktionsjahr:
2021
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Al Pacino, Adam Driver und Jeremy Irons und Lady Gaga
Regie:
Ridley Scott
Länge:
158 Minuten
FSK:
12
Kinostart:
2. Dezember 2021

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