Dokumentarfilm "Slahi und seine Folterer" mit Emmy ausgezeichnet

Stand: 29.09.2022 12:32 Uhr

Die NDR Koproduktion "Slahi und seine Folterer", der 90-minütige Dokumentarfilm der Abteilung Dokumentarfilm des NDR für Das Erste hat den International Emmy in der Kategorie "Current Affairs" erhalten.

Der Preis wurde am Mittwoch in New York vergeben. Insgesamt wurden in der Kategorie vier Beiträge als eventuelle Preisträger ausgewählt: neben dem Film aus Deutschland sind dies Produktionen aus Nigeria, Brasilien und Großbritannien.

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Mohamedou Ould Slahi © NDR/ARD Foto: Screenshot

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International Emmy für NDR Film "Slahi und seine Folterer"

"Der Film 'Slahi und seine Folterer' führt eindringlich vor Augen, wie man mit ausdauernder und spannend aufbereiteter Recherche ein großes Publikum erreicht. Der Film fesselt durch eindringliche Nähe und packende Erzählweise. Ich gratuliere dem ganzen Team zu der internationalen Ehrung durch einen Emmy", sagte am Donnerstag NDR Intendant Joachim Knuth.

"Slahi und seine Folterer" erzählt Geschichte von Mohamedou Slahi

"Slahi und seine Folterer" erzählt die Geschichte von Mohamedou Slahi: Der Mauretanier, der in Deutschland studiert hatte, saß 14 Jahre im Gefangenenlager Guantanamo - US-Geheimdienste hielten ihn für einen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001. Während der Haft wurde er schwer gefoltert, 2016 schließlich freigelassen.

Die Recherche wurde als Dokumentation auf ARTE, im Ersten und in der ARD Mediathek, in Beiträgen durch "Panorama" und "STRG_F" sowie als Podcast-Serie auf NDR.de und in der ARD Audiothek veröffentlicht. Sie steht bis März 2023 in der ARD Mediathek zur Verfügung.

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Der ehemalige Guantanom-Häftling Mohamedou Slahi. © NDR Foto: Jörg Gruber

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John Goetz und Ben Hopkins hatten Buch und Regie, die Ko-Regie lag bei Lukas Augustin und Poul-Erik Heilbuth. Redakteure für die Beiträge waren Dietmar Schiffermüller, Volker Steinhoff, Stefan Buchen und Gunnar Krupp. Für die Dokumentation lag die Redaktion bei Barbara Biemann (NDR), Kathrin Bronnert (NDR/ARTE), Silke Heinz (MDR), Jens Stubenrauch (rbb) und Claudia Bucher (ARTE G.E.I.E.).

Die filmische Produktion hatte die Hoferichter und Jacobs GmbH in Ko-Produktion mit dem NDR, rbb und MDR in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung mit Unterstützung des European Broadcasting Union Content Fund. Die Entwicklung wurde gefördert vom Filmbüro MV. Das gesamte Team "Slahi und seine Folterer" hatte im Juni den "Stern"-Preis in der Kategorie Investigation bekommen.

Der "Slahi und seine Folterer" lief am 2. September 2021 im Ersten.

Der ehemalige Guantanom-Häftling Mohamedou Slahi. © NDR Foto: Jörg Gruber
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Der ehemalige Guantanom-Häftling Mohamedou Slahi. © NDR Foto: Jörg Gruber
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Der ehemalige Guantanom-Häftling Mohamedou Slahi. © NDR Foto: Jörg Gruber
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 29.09.2022 | 13:55 Uhr

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