Folge 24: Alisa und ihre Freunde haben einen neuen Plan © Lemming Film

"Die Erben der Nacht" Staffel 2: Die Vampir-Serie geht weiter

Stand: 20.01.2021 10:41 Uhr

Wie geht es weiter in der Vampirserie "Die Erben der Nacht"? Hintergründe über die erste und zweite Staffel der Serie für Kinder ab zehn Jahren von NDR Redakteurin Sandra Le Blanc-Marissal. Beide Staffeln sind ab 16. Januar in der ARD Mediathek zu sehen.

Zur Erinnerung: In der ersten Staffel der Serie "Die Erben der Nacht", basierend auf Bestsellern von Ulrike Schweikert, geht es um die fünf letzten Vampirclans auf der Erde. Die 15-jährige Alisa, Erbin des Hamburger Vampirclans der Vamalia, steht im Mittelpunkt der Serie, die 1889 spielt. Sie hat eine unheimliche Verbindung zu Dracula, der alle Vampirclans bedroht - und die gesamte Menschheit.

Die NDR Redakteurin Sandra Le Blanc-Marissal, die auch die "Pfefferkörner" betreut, verrät Hintergründe zur Serie - und wie es in der zweiten Staffel weitergeht. Woher kommen die roten Augen und die Vampirzähne, wie wurde gedreht, damit alles nach Nachtaufnahmen aussieht? Wie ist der NDR auf diese große internationale Produktion gekommen? Und wo geht nun Alisas Reise auf der "Elisabetha" hin?

Wie ist die Vampir-Serie "Die Erben der Nacht" für die Zielgruppe der 10- bis 16-Jährigen entstanden?

NDR Redakteurin Sandra Le Blanc-Marissal lächelt an eine Wand gelehnt © Sandra Le Blanc-Marissal
Betreut die Serie "Die Erben der Nacht" von Anfang an: NDR Redakteurin Sandra Le Blanc-Marissal.

Sandra Le Blanc-Marissal: Vor mehr als neun Jahren bot uns die Produzentin Dorothe Beinemeier (damals Hamster Film, Hamburg) den Stoff an. Sie hatte die Film-Rechte erworben und beschrieb die Serie als eine tolle Vampir-Saga für ein etwas älteres Kinder- und Jugendpublikum. Das war genau der Punkt, an dem wir uns als Redaktion entschlossen haben, auch schon bei der Entwicklung mit zu machen, weil wir gesehen haben, dass diese Serie uns eine Chance bietet, ein neues Publikum zu erreichen. Die Coming-of-Age-Geschichte der jungen Vampirin Alisa hat sich einfach dafür angeboten. Dann hat das ganze neun Jahre gedauert, bis es finanziert und fertig geschrieben war. Erst dann konnten wir drehen.

Die NDR Koproduktion ist sehr international mit Produktionsbeteiligten aus Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Belgien, mit zum Teil britischen Darstellern gedreht in Südeuropa und Baltikum. Welche Kriterien waren bei der Auswahl der Darstellerinnen und Darsteller entscheidend?

Le Blanc-Marissal: Es waren viele Länder beteiligt und viele Produktionsfirmen. Wir haben von Anfang an versucht, uns auf eine Zielgruppe zu einigen und damit auf ein Alter von Protagonisten. Deswegen siedeln wir Alisa irgendwo zwischen 13 und 16 Jahren an. Da das Ganze in der ferneren Vergangenheit spielt, ist es nicht so wichtig, sich hier ganz genau festzulegen. Viel entscheidender ist, was Alisa für eine Phase in ihrem Leben durchmacht. Sie ist mitten in der Pubertät, möchte ausbrechen und hat auf dem Vampir-Schulschiff "Elisabetha" dazu dann die Chance. Erst später merkt sie, dass sie eine Auserwählte ist.

Wie viel Special Effects und und so genannte CGI-Computereffekte sind für diese Serie nötig? Auffallend ist natürlich das rote Glänzen der Augen der Vampir-Clans, man erkennt auch ihre Reißzähne.

Folge 13: Die Erben und ihre Schatten sind bereit zum Kampf © Lemming Film
Die Erben und ihre Schatten sind bereit zum Kampf

Le Blanc-Marissal: Es sind natürlich einige Tricks dabei. Es sind aber nicht nur CGI-Effekte, sondern auch Stunts und ganz viel Green-Screen, also Szenen, die man vor einer grünen Wand dreht und über die man nachher die entsprechende Kulisse legt. So wahnsinnig viel CGI enthält sie Serie nicht, das hätten wir uns auch gar nicht leisten können. Deswegen hat sich der Regisseur Diederik Van Rooijen früh überlegt, wie er es hinkriegt, dass er diese besondere Atmosphäre kreiert. Die roten, grünen und stahlblauen Augen sind tatsächlich Kontaktlinsen. Alle Schauspieler haben ihre eigenen Kontaktlinsen und eigene Zähne bekommen - und mit Filmtrick kann man die Zähne wachsen sehen. Die gesamte Serie wurde tagsüber gedreht, spielt aber hauptsächlich nachts. Das erreicht man natürlich nur mithilfe von CGI. Es gab aber auch viele Stunts am Set - so wurden die Darsteller in den Sprungszenen an Seilen und Karabinerhaken gesichert und durch die Luft gewirbelt ...

Der Regisseur lebt ja in Los Angeles und hat viel Erfahrung mit solchen Produktionen …

Le Blanc-Marissal: Diederik Van Rooijen ist vor wenigen Jahren nach Los Angeles gezogen und hat ein großes Faible für den Kinderfilm. Er macht außerdem viel Kino und viele Feature-Filme in Holland, lebt aber lieber in den USA. Für "Die Erben der Nacht" ist er sehr gern nach Europa gekommen, die Dreharbeiten haben über ein halbes Jahr gedauert. Er war tatsächlich lange getrennt von seiner Familie: für Dreharbeiten in Kroatien, Norwegen und Lettland.

Das waren dann aber schon die Dreharbeiten zur zweiten Staffel, richtig?

Le Blanc-Marissal: Nein - sechs Monate haben die Dreharbeiten für beide Staffeln gedauert. Wir haben sie back to back, also hintereinander weg gedreht. Um Kosten zu sparen, versucht man, möglichst viele Folgen in einem Schwung abzudrehen.

Bei Jugendlichen und Kinderdarstellern gibt es auch noch das Risiko, dass sie sich stark von Staffel zu Staffel äußerlich verändern …

Le Blanc-Marissal: … richtig. Die meisten Schauspieler sind - ich hoffe, da verrate ich nicht zuviel - allerdings ein bisschen älter. Bis auf die Kleinen. Die verändern sich in der Tat sehr. Sollte es also jemals mit einer dritten und vierten Staffel weitergehen, müssen wir wirklich gucken, was aus dem kleinen Tammo, dem Bruder der Hauptfigur Alisa, geworden ist. Der Schauspieler Charlie Banks hat sich sehr verändert. Die Darsteller von Alisa, Leo und Nicu, also Anastasia Martin, Ulrik William Graesli und Lance West, sind zwischen 16 und 20 Jahre alt gewesen, als wir mit ihnen gedreht haben.

Was für Rückmeldungen erhalten Sie aus den europäischen Publikum?

Le Blanc-Marissal: Hier in Deutschland ist die erste Staffel vor allem online sehr erfolgreich gewesen. Wir wussten nicht genau, was uns erwartet, weil es so wenige Produktionen gibt, mit denen man diese Serie vergleichen kann. Es gab fast ausschließlich positive Reaktionen.  Natürlich gab es Zuschauer, die die Bücher gelesen hatten und feststellten, dass diese nicht eins zu eins umgesetzt sind. Das war allerdings auch mit dieser Adaption nicht unser Ziel, und so müssen wir diese Kritik einfach aushalten. Aber ansonsten sind alle erstaunt, dass in Deutschland so eine hochwertige und spannende Produktion auf die Bildschirme und in die ARD Mediathek schaffen kann. Ich kann nur sagen, aus Deutschland war das Feedback ganz toll. Auch Social Media bedienen wir, wir haben einen Facebook-, einen Instagram- und einen Tic-Toc-Kanal. Das funktioniert sehr gut. In England lieben die Zuschauer ihre Schauspieler, die kennen sie teilweise schon aus anderen Produktionen. Grundsätzlich warten alle auf die Staffeln drei und vier. Das ist ein super Zeichen!

Aber nun geht es erst einmal mit der sehnsüchtig erwähnten Staffel 2 weiter. Was können Sie darüber verraten?

Folge 19: Alisa ist durch den Funken mit Dracula verbunden © Lemming Film
Alisa ist durch den Funken mit Dracula verbunden. Wird ihre Kraft gegen ihn reichen?

Le Blanc-Marissal: Da gibt es zum einen diesen einen Knoten, der gelöst werden muss und das ist natürlich am Ende der Staffel das große Ziel - zu sehen, wer diesen Knoten löst. Das werde ich jetzt und hier natürlich nicht verraten. Die Frage ist. Kann Alisa das Leben der Vampire retten? Oder muss sie ihr Schicksal in Draculas Hände legen? Denn Dracula ist immer noch auf der Suche nach seiner alten Liebe. Die möchte er wiederhaben. Dafür braucht er die Rubine der Vampirclans und alle Macht, um dann mit den Rubinen und der gewonnenen Macht den Knoten zu lösen. Das ist eine spannende Reise.

Während es in der ersten Staffel hauptsächlich darum ging, gegen die Rotmasken zu kämpfen, also gegen die Menschen, die als Vampirjäger die ärgsten Feinde der Vampire waren, geht es jetzt mehr oder weniger um den Kampf gegen Dracula und das, was er vorhat - und im Endeffekt darum, wer das Schicksal in seinen Händen trägt. Da kann ich verraten, dass es Alisa ist, denn der Funken in ihrer Hand hat noch eine größere Bedeutung als eine Verbindung zu Dracula zu sein.

Sie wird irgendwann feststellen, dass sie die einzige ist, die den Funken noch in sich trägt. Nach ihr wird der Funke erlöschen. Das ist für sie eine große Herausforderung. Und - das wird die meisten interessieren - sie steht immer noch zwischen dem Vampir Leo und Nicu, dem Menschen. Auch da muss sie am Ende eine Entscheidung treffen. Jedenfalls erwarten das alle von ihr.

Und eine neue zwielichtige Gestalt kommt auch dazu …

Le Blanc-Marissal: Genau, Abraham van Helsing. Man kennt ihn als den größten Vampirjäger aller Zeiten. Dann taucht er auf und die Erben der Nacht stellen fest, dass man ihm nicht unbedingt trauen kann, selbst wenn er sich zunächst loyal gibt.

Wie viel Hamburg steckt eigentlich in der Serie - die in der ersten Staffel hier startete?

Le Blanc-Marissal: Wir haben das Ganze in Kroatien, Norwegen und Lettland gedreht. Das Schiffsinnere und die Hamburger Residenz des Vampirclans Amalia von Alisa steht in Riga, in Lettland. Das Schiffsäußere wurde in Kroatien gebaut und gedreht, ist aber nach den Dreharbeiten wieder abgebaut worden. Tatsächlich ist ein Set-Designer dabei, der auch bei "Game of Thrones" mitgearbeitet hat, Ivan Veljaca. Der zeichnet hauptsächlich für die Inneneinrichtung des Schiffes verantwortlich und für die Stadtansicht von Hamburg von 1889. Wir sind in der zweiten Staffel ganz viel in Hamburg, denn Alisa erhält den Auftrag, zurück zu müssen, um in Hamburg nach einem Hinweis auf den Knoten zu suchen.

Auch ist die deutsche Synchronsprecherin von Alisa mit Hamburg verbunden …

Le Blanc-Marissal: Sophie Lechtenbrink ist die Tochter von Volker Lechtenbrink, einem sicher nicht nur in Hamburg sehr bekannten Schauspieler. Sie ist Schauspielerin und Sprecherin in Berlin. Sie hat für uns den Ton von Alisa genau getroffen.

Gibt es Hoffnung auf Staffel 3 und 4?

Le Blanc-Marissal: Leider gibt es noch keine definitive Entscheidung, denn für dieses Projekt müssen wieder viele Kopartner aus dem europäischen Ausland zusammenkommen und ihre Zustimmung und ihr Geld geben.  Der NDR beteiligt sich aber bereits an der dramaturgischen Entwicklung von Staffeln 3 und 4 - und hofft, bald ein klares "Go" des holländischen Produzenten der Serie zu haben. 

Das Gespräch führte Patricia Batlle, NDR.de.

Sendetermine "Die Erben der Nacht" Staffel 1+2

26 × 25 Minuten (1. und 2. Staffel)

ARD Mediathek / KiKA Player:
1. Staffel (1–13):  noch zu sehen bis 15. April
2. Staffel (14–26): 16. Januar bis 15. April

Das Erste:
Sonnabend, 23. Januar, 13 Uhr:
"Die Erben der Nacht 2 - Kurs auf Norwegen" (Folgen 14-16)
Sonnabend, 6. Februar, 13 Uhr:
"Die Erben der Nacht 2 . Stürmische Zeiten" (Folgen 17-20)

KiKA:
Mo, 8. Februar - Mi., 17. Februar: Wh. der Folgen 1-13
Mo-Do, jeweils zwei Folgen ab 20.10 Uhr
Mi., 17. Februar, bis Mo., 1. März: Folgen 14-26
17. Februar: Folge 14 (20.35 Uhr)
18. Februar - 1. März: Folgen 15-26 (20.10 Uhr)

 

Weitere Informationen
Szenenbild der Serie "Over Water - Im Netz der Lügen", Folge 14 "Vertrauen" © Toon Aerts Foto: Toon Aerts

Vampire, Trolls, Thriller: Neue Serien im NDR und der Mediathek

Mit Serien wie "Over Water" und der 2. Staffel "Die Erben der Nacht" sorgt der NDR für beste Unterhaltung im Frühjahr. mehr

Dieses Thema im Programm:

16.01.2021 | 20:15 Uhr

Mehr Kultur

Portätaufnahme von Simone Young. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Simone Young: Dirigentin feiert 60. Geburtstag

Zehn Jahre lang war Simone Young Intendantin an der Hamburger Staatsoper. Heute feiert sie ihren 60. Geburtstag. mehr