Stand: 06.12.2019 06:00 Uhr

Weihnachtskomödie aus Hamburg und Dömitz

Die Advents- und Weihnachtszeit ist immer auch eine besondere Zeit für besondere Fernsehfilme. Ob "Der kleine Lord", "Ist das Leben nicht schön?" oder "Tatsächlich Liebe" - auf Weihnachtsklassiker wie diese können und wollen die Sender nicht verzichten. Am Nikolaustag präsentiert das Erste ab 20.15 Uhr aber einen neuen Weihnachtsfilm: die Liebeskomödie "Auf einmal war es Liebe" von Regisseur André Erkau. Gedreht wurde in Hamburg und im westmecklenburgischen Dömitz.

von Axel Seitz

Jakob (Kostja Ullmann, links) lernt Lotte (Kim Riedle) und Ben (Oskar Netzel) kennen - Szene aus "Auf einmal war es Liebe" © ARD Degeto/Christine Schroeder Foto: Christine Schroeder
Jakob (Kostja Ullmann) lernt im Kaufhaus seine neue Kollegin Lotte (Kim Riedle) und deren Sohn kennen.

Jakob liebt Spielzeuge und Marie. Das mit den Autos, Puppen und Bauklötzen hat der junge Mann in seinem Leben irgendwie hinbekommen, er arbeitet im Kaufhaus in der Spielzeugabteilung. Das mit Marie ging vor Jahren in die Brüche, doch plötzlich taucht sie wieder im Leben von Jakob auf. Siebeneinhalb Jahre sind seitdem vergangen.

Kaufhauskollegin muss als Familie herhalten

Marie denkt, Jakob sei ein erfolgreicher Fotograf und meistert sein Leben. Damit der Schwindel nicht sofort auffliegt, gibt Jakob seine neue Kaufhauskollegin Lotte und deren Sohn Ben gegenüber Marie als seine neue Familie aus. Ben und seine Mama, Jakob und Marie, dazu noch Jakobs bester Freund Torsten: Sie alle lässt Regisseur und Drehbuchautor André Erkau durch seine Weihnachtskomödie "Auf einmal war es Liebe" stolpern.

Jakob (Kostja Ullmann, links) hängt an seiner Jugendliebe Marie (Julia Hartmann) - Szene aus "Auf einmal war es Liebe" © ARD Degeto/Christine Schroeder Foto: Christine Schroeder
Jakob hängt an seiner alten Jugendliebe Marie (Julia Hartmann).

Gedreht wurde im vergangenen Jahr in Hamburg und in Dömitz. Dort drehte Erkau im 1926 erbauten Karstadt-Kaufhaus. "Dieses wunderschöne leere Kaufhaus haben wir mit gekauften und geliehen Dingen gefüllt. Das war günstiger, als in der Weihnachtszeit in einem bestehenden Kaufhaus zu drehen", schwärmte Regisseur Andre Erkau während der Dreharbeiten in der westmecklenburgischen Kleinstadt. Rund 60 Komparsen waren dabei, sorgten für den entsprechenden Kaufhaustrubel und die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt, so wie Klaus Jürgen Gellenthin. "Ich bin in einer Szene derjenige, der der Hauptdarstellerin Maronen verkauft."

Regisseur Erkau: Komparsen sind wichtig

Ob und wann diese Szene letztlich im Film zu sehen ist, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Doch ohne die zahlreichen Komparsen, sagt Regisseur André Erkau, wäre solch ein Film gar nicht zu drehen: "Bei den Komparsen ist es so, dass die Regieassistentin sie inszeniert. Im besten Fall ist es so, dass man denkt: Läuft, läuft, läuft! Manchmal ist es aber auch so super, dass es einen zu etwas inspiriert", erklärt Erkau.

Lotte (Kim Riedle) und Jakob (Kostja Ullmann) telefonieren mit Flaschen und lachen dabei - Szene aus "Auf einmal war es Liebe" © ARD Degeto/Christine Schroeder Foto: Christine Schroeder
Lotte und Jakob verstehen sich blendend - und haben denselben Sinn für Humor.

Kostja Ullmann als Jakob, Julia Hartmann als Marie und Kim Riedle als Lotte überzeugen in ihren Rollen. Die Geschichte allerdings hält keine großen Überraschungen bereit. "Auf einmal war es Liebe" ist wie ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, der schmeckt, dem aber der Schuss Rum und die nötige Temperatur fehlt. Hübsch anzusehen ist diese leichte Weihnachtskomödie. Zum Weihnachtsklassiker fehlt ihr aber der letzte Pfiff.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 06.12.2019 | 19:00 Uhr

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