Stand: 02.08.2018 00:01 Uhr

"MI 6": Starke Stunts und schwache Bösewichter

Mission Impossible - Fallout
, Regie: Christoph McQuarrie
Vorgestellt von Katja Nicodemus

Über 61,5 Millionen Dollar spielte "Mission: Impossible -Fallout" am Startwochenende in den USA ein. Damit ist der sechste Teil der bisher erfolgreichste in der Agentenfilm-Reihe, die nun seit immerhin 22 Jahren existiert.

Hier der geheime Star-Agent Ethan Hunt, gespielt von Tom Cruise. Dort das Team, das ihn auf Schritt und Tritt begleitet. Diese Konstellation war von Anfang an ein Markenzeichen der "Mission: Impossible"-Serie. Genauso wie sehr ausführlich und sehr lautstark eingesetzte Motorräder eines deutschen Herstellers.

Actionfilm: "Mission Impossible - Fallout"

Möglichst "unmöglich"

Ein weiteres Markenzeichen der Serie ist das Bestreben der Regisseure, die unmögliche Mission möglichst spektakulär, verrückt, halt unmöglich aussehen zu lassen. Im neuen, von Christopher McQuarrie inszenierten Film führt das zu Beginn zu einer absurden Aktion: Im historischen Pariser Grand Palais sollen Hunt und ein Kollege bei einer riesigen Party einen Top-Terroristen abfangen. Doch statt einfach durch die Tür zu spazieren, springen sie mit dem Fallschirm über Paris ab. Und das auch noch durch ein gefährliches Gewitter.

In der ersten Folge führte die Hollywood-Größe Brian De Palma Regie, in der zweiten der Hongkonger Action-Virtuose John Woo, in der dritten der Star-Wars-Neu-Erfinder J.J. Abrams.

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Wendungsfreudiger Plot und blasse Bösewichter

Seitdem ist eine gewisse Drehbuchermüdung festzustellen. Das liegt nicht an den vertrauten Zutaten: Auch im sechsten Teil, "Mission: Impossible - Fallout", gibt es ausgeklügelte Täuschungsmanöver, die Tricks mit lebensechten Gummimasken, auf die man auch als Zuschauerin gerne hereinfällt - sowie eine an Windungen und Wendungen reiche Handlung - diesmal rund um waffenfähiges Plutonium. Das Problem ist eher, dass es zu viele blasse Bösewichter gibt, insgesamt fünf Strohmänner des Bösen. Wobei der namenlose Asiate, der Tom Cruise und seinen Kollegen in der Toilette des Grand Palais grün und blau schlägt, noch einen schönen Unterhaltungswert hat.

Es gibt gute Schauspieler in "Mission: Impossible - Fallout". Zum Beispiel Angela Bassett als CIA-Chefin und Alec Baldwin als Leiter der supergeheimen Agentenorganisation IMF. Zwei Konkurrenten. Aber auch die besten Schauspieler können wenig ausrichten, wenn ihre Dialogzeilen aus Plattitüden bestehen - die mit Erklärungen der Handlung überfrachtet werden.

Die Location ist Nebensache

Die besten Momente von "Mission: Impossible" bestanden schon immer aus einer reinen Feier der Kinetik. Körper, die sich voller Energie im Raum bewegen, Tom Cruise, der unwirklich schnell zu Hubschraubern, Motorrädern sprintet, mit dem Motorrad durch enge Gassen fährt. London, Paris, Neuseeland - wo die Action-Szenen stattfinden, ist letztlich egal. Die Bewohner, die Details, die Atmosphäre eines Ortes spielen keine Rolle. Zu ihren Schauplätzen hat die "Mission: Impossible"-Serie seit jeher ein Google-Maps-Verhältnis: Hauptsache Tom Cruise alias Hunt erfährt durch seinen Ohrstecker, wohin er rennen soll. Oder wohin lieber nicht.

Man kann sagen, das Tom Cruise, inzwischen immerhin 56 Jahre alt, seine Stunts überzeugend hinlegt. Zu den wiederkehrenden Mythen der Serie gehört, dass er sich auch diesmal bei irgendeinem gewagten Sprung den Knöchel gebrochen hat. Und doch wirkt seine Hyperfitness inzwischen ein bisschen wie ein Abwehrzauber gegen das Altern. Irgendwann, das weiß er, muss er im wahrsten Sinne des Wortes den Absprung schaffen.

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Mission Impossible - Fallout

Genre:
Action
Produktionsjahr:
2018
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
Tom Cruise, Henry Cavill, Rebecca Ferguson, Sean Harris, Simon Pegg, Vingh Rhames, Michelle Monaghan, Vanessa Kirby, Alec Baldwin, Kino, Film, NDR Info
Regie:
Christoph McQuarrie
Länge:
148 Minuten
FSK:
ab 12 Jahre
Kinostart:
2. August 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Filme | 02.08.2018 | 06:40 Uhr

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