Helmut Heißenbüttel im Porträt © picture-alliance / akg-images / Niklaus Stauss / Niklaus Stauss

Helmut Heißenbüttel zum 100. Geburtstag

Stand: 21.06.2021 12:08 Uhr

Helmut Heißenbüttel war nicht nur Schriftsteller, Kritiker und Essayist. Er war nicht nur Mitglied der "Gruppe 47" und hat neben zahlreichen Auszeichnungen nicht nur den Georg-Büchner-Preis erhalten.

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Hans Werner Richter mit den schwedischen Schriftstellern Karl Wennberg (re.) und Per Olof Sundman (li.) am 10. September 1964 während der Jahrestagung der "Gruppe 47" im mittelschwedischen Sigtuna. © Picture-Alliance

Die Gruppe '47

1947 wurde die "Gruppe 47" gegründet. Mit Grass, Böll, Walser und Enzensberger stellte die Gruppe Autoren, die die Literatur der jungen Bundesrepublik nachhaltig prägen sollten. mehr

Helmut Heißenbüttel war auch 22 Jahre Leiter der Redaktion "Radio-Essay" beim Süddeutschen Rundfunk - er war also ein ausgesprochener Hörfunk-Macher. Seit 1981 lebte er als freier Schriftsteller mit seiner Frau Ida Heißenbüttel in Norddeutschland, in Borsfleth. 1996 starb er nach langer Krankheit in Glückstadt - seine Frau 17 Jahre später. Am 21. Juni wäre Heißenbüttel 100 Jahre geworden. Aus diesem Anlass sendet der NDR das Feature "Helmut-Heißenbüttel-Homestory" aus dem Jahr 2013. Wenige Monate vor ihrem Tod 2013 führte Ida Heißenbüttel noch einmal für dieses Feature durch das Haus des Literaten.

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Helmut Heißenbüttel © picture-alliance / dpa Foto: Kay Nietfeld
54 Min

Helmut Heißenbüttel-Homestory

Ein Haus wie ein Labyrinth. Hier hat der Radiopionier und Schriftsteller Helmut Heißenbüttel gelebt. Featureautorin Elke Heinemann entdeckt Parallelen zwischen Haus und Werk. 54 Min

Helmut Heißenbüttel: sprachverliebt bei allem Ernst

"Neue Blicke durch die alten Löcher" oder "Den Blick öffnen auf das, was offen bleibt" - das waren so typische Heißenbüttel-Titel, sprachverliebt bei allem Ernst, das Gewöhnliche stets unterlaufend und doch immer nur "Das Sagbare sagen" - noch so ein Titel aus der Heißenbüttel-Schmiede.

Feature-Autorin Elke Heinemann ist der Witwe von Helmut-Heißenbüttel, Ida Heißenbüttel, sehr nahe gekommen. Sie gewährt sehr persönliche Einblicke in ihre rege Erinnerungswelt. Das fragmentarische, experimentelle und zitierfreudige seiner Literatur wird kunstvoll in Szene gesetzt. Auch wenn es um die biographischen Stationen geht.

Heißenbüttel plädierte für eine Literatur des Zitats

Helmut Heißenbüttel wuchs in Wilhelmshaven auf. Mit seiner Familie zog er 1932 nach Papenburg. 1941 wurde er im Russlandfeldzug so schwer verwundet, dass sein linker Arm amputiert werden musste. Heißenbüttel studierte in Dresden, Leipzig und Hamburg Architektur, Germanistik und Kunstgeschichte.

VIDEO: Die Fotografie und ihr Abbild (72 Min)

Helmut Heißenbüttel unterschied zwischen erfundenem und vorgefundenem Material. Er plädierte für eine Literatur des Zitats. Nicht mehr die Phantasie, nicht mehr das Erschaffen fingierter Bezugsebenen stand für ihn im Vordergrund. Durch die historischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts hatte sich, laut Heißenbüttel, das Verständnis vom menschlichen Subjekt grundlegend verändert. Das Individuum war seiner Selbstständigkeit beraubt worden. Kein personeller Kern existierte mehr im Menschen, der die komplexe Erfahrungswelt noch hierarchisch strukturieren könnte. Das Subjekt zerfällt demnach in eine Vielzahl von individuellen Kernen, die für Heißenbüttel vor allem sprachlicher Natur waren. Im Zentrum von Heißenbüttels Literatur stand die Beschaffenheit der Sprache.

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Polaroid zeigt Frau mit Hand vorm Gesicht. © inkje / photocase.de Foto: inkje
38 Min

Zwei oder drei Porträts

Am 21. Juni wäre Helmut Heißenbüttel 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass sendet NDR Kultur wir seine berühmteste Radioarbeit. 38 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 21.06.2021 | 06:20 Uhr

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