St. Paulis Afeez Aremu (l.) und Sebastian Ohlsson (r.) versuchen, Bremens Felix Agu vom Ball zu trennen. © Witters

Werder Bremen empfängt Vorbild St. Pauli

Stand: 30.10.2021 09:59 Uhr

Der FC St. Pauli tritt heute als Zweitliga-Tabellenführer im ausverkauften Bremer Weserstadion an. Werder-Trainer Markus Anfang wünscht sich Geduld.

Für St. Paulis Trainer Timo Schultz wird das Nordderby bei Werder Bremen zu einer Reise in die Vergangenheit. Vier Jahre stand der Mittelfeldspieler von 1996 bis 2000 beim SV Werder unter Vertrag, doch zu einem Erstliga-Einsatz reichte es am Osterdeich für ihn nicht. Erst im Trikot der Kiezkicker durfte Schultz 2010 immerhin vier Bundesligapartien bestreiten, auf dem Rasen im Weserstadion lief er jedoch nie auf. Und auch heute (13.30 Uhr, NDR Livecenter) sitzt er wieder auf der Bank - statt als Reservist kehrt er nun allerdings als Erfolgstrainer zurück.

Schultz kündigt Startelf-Wechsel an

Mit sechs Pflichtspielsiegen in Folge ist der FC St. Pauli das formstärkste Team der 36 deutschen Proficlubs. Entsprechend selbstbewusst reisen die Hamburger an die Weser: "Wir werden den Kampf annehmen und am Ende der englischen Woche noch einmal alles raushauen", versprach Schultz, der seine Mannschaft auf der einen oder anderen Position verändern möchte. "Viele Spieler sind am Limit oder darüber. Ein bisschen Frische auf dem Platz würde uns guttun. Ich kann mir vorstellen, auf einigen Positionen durchzutauschen", so der 44-Jährige.

Rollentausch in wenigen Monaten

Es ist gerade mal acht Monate her, dass St. Pauli um den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga kämpfte, während sie in Bremen im Mittelfeld der Ersten Liga schon an die nächste Saison im Oberhaus dachten. Seitdem haben sich die Rollen geändert. Die Kiezkicker führen die Zweite Liga an, Absteiger Werder läuft den Wiederaufstiegs-Ansprüchen hinterher.

St. Pauli könnte Bremer Vorbild sein

Diese neue Situation habe sich St. Pauli "erarbeitet", so Werder-Trainer Markus Anfang. Eine ähnliche Entwicklung erhofft sich der 47-Jährige nun auch mit seinem Club. Der nach dem Bundesliga-Abstieg eingeleitete "Wiederaufbau" benötige weiter Zeit. "Wir haben aber mehr Qualität im Team, als es widergespiegelt wird", stellt der Trainer klar und wünscht sich zwischen den Zeilen ein wenig Geduld. Das späte Unentschieden (2:2) bei Abstiegskandidat SV Sandhausen am vergangenen Sonntag soll den Bremern den nötigen Schwung verleihen, um gegen den Tabellenführer bestehen zu können.

Weserstadion ist ausverkauft

Verlassen können sich die Bremer auf die eigenen Anhänger. Mit 42.100 Zuschauern ist das Weserstadion erstmals seit Februar 2020 wieder ausverkauft. "Es ist hilfreich, gerade wenn es gegen den Tabellenführer geht, dass uns die Fans unterstützen", erklärte Anfang. "Es liegt an uns, die Zuschauer mitzunehmen."

Mögliche Aufstellungen:

Werder Bremen: Pavlenka - Mbom, Jung, Veljkovic, Friedl, Agu - Gruev, Rapp - Schmid - Füllkrug, Ducksch
FC St. Pauli: Vasilj - Zander, Lawrence, Medic, Paqarada - Aremu - Becker, Hartel - Kyereh - Dittgen, Burgstaller

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 30.10.2021 | 13:00 Uhr

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