Thomas Schaaf (l.) und Florian Kohfeldt auf dem Trainingsplatz von Werder Bremen. © IMAGO / Nordphoto

Werder Bremen: Kohfeldt gefeuert, Schaaf übernimmt

Stand: 16.05.2021 15:43 Uhr

Nach der 0:2-Niederlage in Augsburg hat Werder Bremen reagiert und sich von Trainer Florian Kohfeldt getrennt. Thomas Schaaf soll beim letzten Spiel gegen Mönchengladbach auf der Bank sitzen und den Klassenerhalt sichern.

Wie die Hanseaten am Sonntag mitteilten, soll der 60 Jahre alte langährige Werder-Coach die Mannschaft auch im Falle einer Relegation gegen den Zweitliga-Dritten betreuen und vor dem zweiten Abstieg nach 1980 bewahren. "Leider hatten wir nach dem Spiel in Augsburg nicht mehr die Überzeugung, mit Florian Kohfeldt den Klassenerhalt schaffen zu können. Wir sind weiterhin überzeugt, dass er ein hervorragender Trainer ist, allerdings waren wir uns einig, jetzt noch einmal eine Veränderung vorzunehmen, um doch noch den Klassenerhalt zu erreichen", sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann.

"Die jüngste Entwicklung und die Ratlosigkeit, die in Augsburg auf dem Platz spürbar war, hat uns zur Überzeugung kommen lassen, dass der Mannschaft der Glaube an die aktuelle Konstellation verloren gegangen ist." Frank Baumann

Werder hatte am Vortag beim FCA mit 0:2 verloren und ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Am 34. Spieltag sind die Bremer auf Schützenhilfe angewiesen, um sich noch direkt retten zu können. Aufsteiger Arminia Bielefeld (32 Punkte) ist auf Rang 15 einen Zähler entfernt, dahinter lauert der 1. FC Köln (30 Punkte) auf dem ersten Abstiegsplatz.

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Schaaf-Engagement nur bis Saisonende

Schaaf, der Werder in der Vergangenheit bereits 14 Jahre trainiert hat und unter anderem 2004 das Double mit den Grün-Weißen gewann, reiste noch am Sonntag ins Quarantäne-Trainingslager nach Barsinghausen. Ihm zur Seite steht neben dem bisherigen Trainerteam auch Wolfgang Rolff, der als Co-Trainer fungieren wird.

"Wir haben nur wenig Zeit, werden aber alles tun, um mit Leidenschaft, Zuversicht und dem Glauben an unsere eigene Stärke in die Partie zu gehen und am Ende erfolgreich zu sein." Thomas Schaaf

Der 60-Jährige weiß um die Schwere der Aufgabe, blickt aber optimistisch auf die letzte Partie der Saison gegen Mönchengladbach: "Das ist natürlich eine riesige Herausforderung, aber wir haben noch alle Möglichkeiten, um in der Liga zu bleiben."

Klar ist, dass Schaafs Engagement auf jeden Fall nur bis zum Saisonende begrenzt ist. "Thomas kann mit seiner Erfahrung und seiner Art und Weise für Begeisterung sorgen und den Spielern Selbstvertrauen vermitteln", so Baumann: "Es ist wichtig, dass wir einen Trainer haben, der keine lange Eingewöhnung braucht." Danach soll ein neuer Chefcoach kommen - anders als zuletzt aber nicht aus den eigenen Reihen. Baumann: "Im eigenen Stall haben wir dieses Mal niemanden, von daher werden wir uns intensiv mit dem externen Trainermarkt beschäftigen."

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Schon vor drei Wochen stand Kohfeldt vor dem Aus

Kohfeldt, seit November 2017 Cheftrainer in Bremen, stand bereits vor drei Wochen vor dem Rauswurf, bekam aber eine Bewährungschance im DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig. Nach der knappen Niederlage (1:2 nach Verlängerung) entschieden die Bremer, vorerst am 38-Jährigen festzuhalten. Den leidenschaftlichen Auftritt des Teams werteten die Club-Verantwortlichen als Zeichen, dass Kohfeldt die Rettung doch gelingen könne. Auch das 0:0 gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende hatten Baumann und Co. positiv kommentiert.

Nach der achten Niederlage in den vergangenen neun Spielen war der Glaube an Kohfeldt allerdings doch dahin. Baumann sprach am Sonntag bei "sport1" von einer "Ratlosigkeit und Hilflosigkeit", die auf dem Platz geherrscht habe. Das habe letztlich zu dem Schritt geführt, wenngleich dieser zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt erfolgt sei. Aber: "Wenn der Glaube der Mannschaft an diese Konstellation am Boden ist, dann ist der Zeitpunkt egal."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 16.05.2021 | 22:50 Uhr

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