Stand: 23.01.2018 15:05 Uhr

VfL-Legende Grafite beendet seine Karriere

Grafite mit der Bundesliga-Torjägerkrone: 2009 erzielte er 28 Treffer für den VfL Wolfsburg.

Es war der 31. August 2007, als der deutsche Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg die Verpflichtung von Edinaldo Batista Libanio, genannt Grafite, bekannt gab. Die Fans rätselten nicht nur über die korrekte Aussprache des Neuzugangs: "Grafitsch"? "Grafitschi"? "Grafiteeh"? Auch vom Leistungsvermögen her war der Wunsch-Stürmer von Trainer Felix Magath eine große Unbekannte. Für Le Mans hatte er in 51 Partien 17 Tore erzielt. Und nun sollte der damals 28-Jährige die Offensive der Wolfsburger neu beleben? Doch die Skepsis wich bald der Euphorie. Denn Grafite avancierte zum Top-Torjäger und schoss die "Wölfe" 2009 zum Meistertitel. Knapp neun Jahre später hat der einstige Goalgetter nun seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt.

Tor des Jahres mit der Hacke

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Grafites berühmtestes Tor: Mit der Hacke düpiert er die gesamte Bayern-Abwehr und trifft zum 5:1.

Seine größte und erfolgreichste Zeit erlebte Grafite in Wolfsburg unter Magath: "Er ist ein besonderer Typ. Ich kann mich nicht über ihn beklagen, denn ich habe alles mit ihm gewonnen, es war meine beste Zeit im Fußball", sagte der Brasilianer über den als harten Hund gefürchteten Coach. Für die Niedersachsen traf Grafite in 107 Bundesligaspielen 59 Mal und ist damit zweitbester Torschütze der Wolfsburger. Mit 28 Treffern in der Meistersaison sicherte er sich die Bundesliga-Torjägerkrone und bildete dabei an der Seite des Bosniers Edin Dzeko das bis heute mit 54 Toren beste Sturmduo der Bundesliga-Historie. Unvergessen auch sein Hackentreffer beim 5:1 gegen Bayern München, der zum Tor des Jahres gekürt wurde. Grafite lief viermal für Brasiliens Nationalelf auf und zählte zum WM-Kader 2010 (ein Einsatz).

Leiser Abschied in Brasilien

Unter den Magath-Nachfolgern Armin Veh und Steve McClaren ging es sowohl für den VfL als auch für Grafite abwärts. Der Stürmer wechselte im Sommer 2011 in die Vereinigten Arabischen Emirate, danach nach Katar und 2015 schließlich zurück in seine brasilianische Heimat zum Zweitligisten Santa Cruz, mit dem er in die erste Liga aufstieg. Nach dem Abstieg 2016 schloss er sich Atletico Paranaense an, wo er nach nur einem Tor in 24 Spielen im Juli 2017 freiwillig seinen Vertrag auflöste und zu Santa Cruz zurückkehrte. Und auch da ist nun Schluss. Der 38-Jährige widerrief seine erst vor 19 Tagen unterschriebene Vertragsverlängerung "aus Leistungsgründen" und verkündete anschließend beim TV-Sender Globo: "Alles ist auf dem Weg gebracht, dass dies das Ende sein wird."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 23.01.2018 | 11:25 Uhr

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