Ein Ball und das Logo der Deutschen Fußball Liga (DFL) © imago/MIS

Mehr Nachhaltigkeit in der Bundesliga: Ab 2023/2024 Lizenzauflage

Stand: 14.12.2021 16:30 Uhr

Die Deutsche Fußball Liga macht beim Thema Nachhaltigkeit ernst. Ab der Saison 2023/2024 müssen die 36 Erst- und Zweitligisten im Lizenzierungsverfahren erstmals auch Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Diesen Grundsatzbeschluss verabschiedeten die Vereinsvertreter auf der DFL-Mitgliederversammlung am Dienstag. Demnach werden ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit in der Satzungspräambel des Ligaverbandes verankert sowie wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien als neue Kategorie in die Lizenzierungsordnung aufgenommen. Auf den Weg gebracht worden war die Initiative von der Taskforce "Zukunft Profifußball", die in ihrem Abschlussbericht eine entsprechende Handlungsempfehlung ausgesprochen hatte.

Neuer Teil in der künftigen Präambel der Satzung der DFL

(...) Wesentliche Leitlinie für das Handeln des DFL e.V. ist dabei Nachhaltigkeit in allen ihren Dimensionen – ökologisch, ökonomisch und sozial. Mit konkreten Maßnahmen wird diese Leitlinie aktiv, nachweisbar und transparent umgesetzt. Der DFL e.V. und seine Vereine und Kapitalgesellschaften tragen dazu bei, das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln innerhalb breiter Bevölkerungsschichten zu verankern.

Die exakten Inhalte soll eine Arbeitsgruppe in den kommenden Wochen und Monanten entwickeln. Diese sollen zu einem späteren Zeitpunkt verabschiedet werden. "Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber wir haben das Thema auf den Weg gebracht", sagte der scheidende DFL-Boss Christian Seifert.

Für die Saison 2022/2023 ist eine Pilotphase angedacht, ab dem Spieljahr 2023/2024 sollen bei Verstößen auch Sanktionen möglich sein. Seifert wertete den Beschluss "als klare Botschaft, dass sich alle Clubs zu Nachhaltigkeit bekennen".

Norden setzt unter anderem auf Ökostrom und Fairtrade

Im Norden steht das Thema Nachhaltigkeit bei vielen Clubs schon länger auf der Prioritätenliste. Werder Bremen nutzt zum Beispiel großflächig Photovoltaik auf dem Stadiondach zur Stromerzeugung und führt immer wieder Umweltmaßnahmen durch. Der FC St. Pauli kooperiert mit einem Ökostrom-Anbieter und engagiert sich auch stark im Bereich Fairtrade. Das gilt auch für den HSV, der auf seiner Homepage mitteilt: "Wir arbeiten kontinuierlich daran, einen immer größer werdenden Beitrag zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Ressourcennutzung zu leisten." In seinen Allgemeinen Einkaufsbedingungen verpflichtet der Club zudem Vertragspartner ebenfalls zu Umweltschutz.

Wolfsburg will "führende Position im Profifußball"

Hannover 96 rief das Projekt #HannoVerde ins Leben, um sich am Pflanzen von Bäumen in der Stadt zu beteiligen. "Hannover ist eine wunderbare Stadt mit wundervoller Natur und zahlreichen Grünflächen. Gerne übernehmen wir hier unsere gesellschaftliche Verantwortung und möchten unseren Teil dazu beitragen, dass dieses Stadtbild von Hannover erhalten bleibt", sagte 96-Geschäftsführer Martin Kind.

Der VfL Wolfsburg veröffentlichte im vergangenen Jahr zum dritten Mal einen Nachhaltigkeitsbericht. Der Club übernehme "Verantwortung für die Auswirkungen seines Handelns auf Mensch und Umwelt und hat Nachhaltigkeit fest in seinem Selbstverständnis verankert". Das Ziel des Engagements wurde 2020 deutlich formuliert: "National und international möchte der VfL hiermit eine führende Position im Profifußball einnehmen."

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Ein Spielball der Fußball-Bundesliga auf einem Podest. © Witters

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 14.12.2021 | 16:17 Uhr

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