Stand: 16.05.2018 22:24 Uhr

Holstein Kiel: Bei Aufstieg im eigenen Stadion

Im Holstein-Stadion könnte schon bald Erstliga-Fußball zu sehen sein.

Holstein Kiel darf im Falle des Aufstiegs in die Fußball-Bundesliga nun doch im eigenen Stadion spielen. Der Lizenzierungsausschuss der Deutschen Fußball Liga (DFL) erteilte den Norddeutschen am Mittwoch eine Ausnahmegenehmigung auf Widerruf. "Umfangreiche Zusagen" des Clubs und die Unterstützung durch die Stadt Kiel sowie das Land Schleswig-Holstein hätten den Ausschlag zu dieser Entscheidung gegeben. "Wir sind sehr froh, dass die DFL einlenkt und wir im Falle eines Falles zu Hause spielen können", sagte Sportchef Ralf Becker.

15.000 Plätze dank Zusatztribüne

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Die Kieler Pläne sehen ein Erreichen der notwendigen Kapazität von 15.000 Plätzen im Holstein-Stadion durch eine Zusatztribüne im Bereich der Gegengerade schon bis Ende Oktober 2018 vor. Die Fertigstellung der Osttribüne und die damit verbundene Erhöhung des Fassungsvermögens auf 18.400 Plätze (9.060 Sitzplätze) ist für Sommer 2019 terminiert. Zehn Millionen soll es nach Informationen von NDR 1 Welle Nord jeweils von Club, Stadt und Land geben. Allerdings gibt es noch keine festen Finanzierungszusagen. Das Holstein-Stadion ist mit dem aktuellen Fassungsvermögen von knapp 12.000 Zuschauern gemäß der DFL-Statuten, die von den 36 Bundesligisten selbst verabschiedet worden sind, zu klein für die Liga eins - und eigentlich auch für die Zweite Liga.

Ausweichstadion als Absicherung

Ein Ausweichstadion für seine Bundesliga-Heimspiele muss Holstein dennoch suchen. Grund: Der Lizenzierungsausschuss behält sich den Widerruf der Ausnahmegenehmigung für den Fall vor, dass zugesicherte Maßnahmen nicht erfüllt werden. Zumindest formell wurde Kiel bereits fündig. Sollten die Schleswig-Holsteiner sich gegen Wolfsburg durchsetzen, könnten sie bei der DFL die Arena von Hannover 96 offenbar als alternative Heimspielstätte angeben. "Kiel hat auch bei uns angefragt", sagte 96-Chef Martin Kind der "Neuen Presse": "Ich denke, das ist eine Formalie, damit sie die Lizenz bekommen. Es ist nicht realistisch, dass sie bei uns spielen. Aber die Zusage würden wir geben".

Günter: "Eine großartige Entscheidung"

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Zufrieden: Ministerpräsident Daniel Günther.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zeigte sich sehr erfreut: "Das ist eine großartige Entscheidung", sagte er. Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) reagierte hochzufrieden: "Ich freue mich, dass die DFL sich bewegt. Stadt, Land und Verein sind in guten Gesprächen und werden gemeinsam eine Lösung finden", sagte Kämpfer.

Motivation für Relegation

Die Kieler "Störche" kämpfen am Donnerstag (20.30 Uhr, im NDR Livecenter) und Montag in zwei Spielen gegen den VfL Wolfsburg um den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. Die erste Partie findet in Wolfsburg statt. Ob aus dem Holstein-Stadion in der kommenden Saison tatsächlich ein Erstliga-Stadion wird, entscheidet sich im Rückspiel genau dort. "Wir haben ohnehin wahnsinnig viel Vorfreude auf die Partien. Wir können unheimlich viel gewinnen. Das ist nochmal ein kleiner Baustein, dass wir im Falle eines Falls zu Hause spielen können", so Sportchef Becker.

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