Heyer schießt den HSV ins Glück - endlich ein Heimsieg

Stand: 11.09.2021 23:24 Uhr

Der Hamburger SV hat es tatsächlich geschafft. Nach 111 Tagen gelang wieder ein Heimsieg. Und was für einer! Moritz Heyer erzielte in der 96. Minute das Siegtor zum 2:1 (0:0) gegen den SV Sandhausen.

von Christian Görtzen

Viele HSV-Fans hatten sich schon damit abgefunden, dass es trotz so vieler Chancen und zwischenzeitlicher 1:0-Führung wieder nichts werden sollte mit einem Dreier im eigenen Stadion. Sandhausen hatte in der 88. Minute den Ausgleich erzielt. Aber dann kam noch einmal diese eine weite Flanke von der rechten Außenbahn, die Moritz Heyer am hinteren Pfosten gut verarbeitete. Er schoss flach an allen vorbei - hinein ins Netz. 2:1! In der sechsten Minute der Nachspielzeit. Der Sieg der Hamburger vor 19.950 Zuschauern war vollauf verdient, die Art und Weise dürften ihnen einen Schub verleihen. Die Mannschaft von Trainer Tim Walter macht in der Tabelle der Zweiten Liga einen Sprung auf Rang acht.

"Man hat es beim Jubel gesehen. Es ist eine enorme Last von uns abgefallen", sagte Siegtorschütze Heyer im Interview mit dem NDR zum Erfolg. "Es war eine gewaltige Atmosphäre. Das hat uns am Ende gepusht und geholfen." HSV-Sportvorstand Jonas Boldt sprach von einer "geilen Mentalität der Truppe".

HSV vergibt reihenweise Möglichkeiten

Die Norddeutschen hatten überfallartig losgelegt. Ganz so, als wollten sie den Gegner überrennen, damit gar nicht erst Zweifel daran aufkommen, wer als Sieger das Spielfeld verlassen würde. Die Strategie hatte nur einen Haken: Dazu gehörten auch Treffer - und die wollten einfach nicht fallen, obwohl es Chancen zuhauf gab. Robert Glatzel (6.), Moritz Heyer (9.), Tim Leibold (12.) und Manuel Wintzheimer (19./25.) hatten allesamt die Führung auf dem Fuß. Sie alle scheiterten.

Nach einer guten halben Stunde hätte es leicht 4:0, 5:0 für den HSV heißen können, weil auch Sonny Kittel (32.) noch eine Gelegenheit hatte. Auf der Anzeigetafel wurde aber ein 0:0 ausgewiesen. Daran änderte sich auch bis zur Pause nichts.

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Hamburg auch nach der Pause bestimmend

So wie es aufgehört hatte, ging es weiter: Der HSV drängte, erspielte sich Chancen, aber ließ diese aus. Die Folge: Es war nun immer deutlicher zu hören, dass das Publikum ungeduldig wurde. Und was kam eigentlich offensiv von den Sandhäusern? Nur wenig. Wenn sie sich aber in Szene setzten, wurde es auch im Ansatz gefährlich: In der 57. Minute klärte Jonas David stark gegen Daniel Keita-Ruel.

Kinsombi bricht per Strafstoß den Bann

Hamburg ließ aber nicht locker, rannte an und wurde belohnt - mit einem Foulelfmeter. Bei einem Zweikampf war Kittel getroffen worden. Noch hinzu kam, dass der zuvor bereits verwarnte Sandhäuser Marcel Ritzmeier die Gelb-Rote Karte sah - wegen einer Unsportlichkeit. Er hatte den Elfmeterpunkt malträtiert.

Die zeitliche Verzögerung bei der Ausführung brachte Kinsombi nicht aus der Ruhe. Er lief an, schickte den bis dahin stark haltenden SVS-Torhüter Patrick Drewes in die rechte Ecke und schoss den Ball in die untere linke Ecke - 1:0 (74.)! Der Bann war gebrochen. Ein lautstarker Jubel der Erleichterung brach aus.

In der 88. Minute wurde daraus ein Aufschrei des Entsetzens. Nachdem sich Christian Conteh zu leicht gegen Kittel durchgesetzt hatte, erzielte Janik Bachmann das überaus glückliche 1:1. Der HSV rannte danach noch einmal an. Und wurde belohnt. Heyer stand richtig und behielt kühlen Kopf.

6.Spieltag, 11.09.2021 20:30 Uhr

Hamburger SV

2

SV Sandhausen

1

Tore:

  • 1:0 D. Kinsombi (74., Foulelfmeter)
  • 1:1 Bachmann (88.)
  • 2:1 Heyer (90. +6)

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah (67. Reis), David, Schonlau, Leibold - Meffert - D. Kinsombi, Heyer - Wintzheimer (61. Jatta), Glatzel (88. Muheim), Kittel (88. M. Kaufmann)
SV Sandhausen: Drewes - Ajdini (75. Diekmeier), Höhn, Schirow, Okoroji (62. Soukou) - Zenga (82. C. Conteh), Bachmann - Esswein (75. C. Kinsombi), Ritzmaier, Sicker - Keita-Ruel (75. Benschop)
Zuschauer: 17950

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 12.09.2021 | 22:50 Uhr

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