Marvin Ducksch (l.) von Werder Bremen im Duell mit Damian Roßbach vom FC Hansa Rostock © IMAGO / osnapix

Hansa will Werders Siegesserie vor 10.000 Zuschauern stoppen

Stand: 11.02.2022 08:22 Uhr

Hansa Rostock empfängt Werder Bremen heute Abend zum Nordduell in der zweiten Fußball-Bundesliga. Die Favoritenrolle liegt dabei klar bei den Gästen, die zuletzt sechs Mal in Folge dreifach punkteten. 10.000 Zuschauer können ins Ostseestadion.

Die imposante Siegesserie des viermaligen deutschen Meisters aus Bremen ist natürlich auch Jens Härtel nicht verborgen geblieben. Und so geriet der Rostocker Coach geradezu ins Schwärmen, als er vom kommenden Gegner sprach. "Wir spielen gegen eine Mannschaft, die nicht in die Zweite Liga gehört", sagte der 52-Jährige und lobte Werder anschließend weiter in den höchsten Tönen: "Bremen spielt stabil. Sie schalten extrem schnell um und sind im letzten Drittel fußballerisch und auch bei Standards stark."

Worte, die von sehr viel Respekt für den aktuellen Tabellendritten zeugen. Aber eben auch Worte, mit denen der Trainerfuchs ganz gewiss das Ziel hatte, sein Team als krassen Außenseiter darzustellen. Aus dieser Rolle heraus lässt es sich bekanntlich viel befreiter aufspielen.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Härtel: "Ziehen unsere Lehren aus dem Hinspiel"

Für Härtel ist das Spiel heute Abend (18.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) also eine Art Duell David gegen Goliath. Hier der Aufsteiger, der um den Klassenerhalt kämpft (Hansa), dort der Absteiger, der mit aller Macht zurück ins Oberhaus möchte. In der Hinrunde bekamen die Mecklenburger beim 0:3 an der Weser schon einmal ihre Grenzen aufgezeigt. Nun wollen sie dem Aufstiegskandidaten besser Paroli bieten. "Aus dem Hinspiel ziehen wir unsere Lehren. Wir sind in einer anderen Verfassung", sagte Härtel und bemühte zugleich einen Allgemeinplatz, um seine Hoffnung auf eine Überraschung auszudrücken: "Jede Serie muss einmal reißen."

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Das Bild zeigt (v.l.) Tobias Mohr, Leart Paqarada, Romano Schmid, Ko Itakura, Sebastian Schonlau und Klaus Gjasula (Montage) © Imago Foto: Passion2Press, Jan Huebner, Kirchner-Media, Team 2, Nordphoto, HMB-Media

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Hansa darf 10.000 Fans ins Stadion lassen

Verstecken braucht sich Hansa vor den Bremer Dauergewinnern wahrlich nicht. Zum einen dürfte ihnen der 4:1-Erfolg am vergangenen Sonntag bei Dynamo Dresden viel Selbstbewusstsein gegeben haben. Zum anderen können die Rostocker wieder auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans setzen. Jeder Platz des Ostseestadions darf wegen der Corona-Auflagen zwar noch nicht wieder besetzt werden. Aber der Zweitligist kann immerhin 10.000 Zuschauern Einlass gewähren und will das auch tun.

"Wir sind froh und dankbar, dass wieder Zuschauer im Stadion sind, das kann manchmal im Spiel den Ausschlag geben, wenn die Emotionen und die Lautstärke auf den Platz kommen", sagte Härtel. Am Vortag hatte die Landesregierung wieder mehr Fans beim Profi-Sport erlaubt.

Werder unter Werner noch verlustpunktfrei

Beim Hinrunden-Duell in Bremen hatten sogar 21.050 Zuschauer mitgefiebert. Seinerzeit hieß der Werder-Trainer noch Markus Anfang und scheute das "A"-Wort wie der Teufel das Weihwasser. Er sprach statt vom Aufstieg lieber gebetsmühlenartig darüber, dass die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund stünde. Anfang ist am Osterdeich nach seiner Impfpass-Affäre inzwischen Vergangenheit. Der neue Mann heißt Ole Werner und steht für eine erfolgreiche Gegenwart. Kein einziges Pünktchen gaben die Grün-Weißen in sechs Partien unter dem angenehm unprätentiösen Übungsleiter ab.

Rang drei ist der Lohn der jüngsten Erfolgsserie. Doch das aktuelle Klassement hat sich der Bremer Coach deshalb nicht übers Bett gehängt. Angesprochen auf die derzeit gute Ausgangslage seiner Mannschaft im Aufstiegskampf antwortete Werner ganz im Anfang-Stil: "Die Tabelle spielt am 22. Spieltag keine Rolle. Wir tun gut daran, uns auf uns zu fokussieren. Wir wollen drei Punkte holen."

Bremen ohne Schönfelder - Veljkovic fraglich

Personell wird der Trainer in Rostock nicht aus dem Vollen schöpfen können. Nachwuchsangreifer Oscar Schönfelder fällt wegen eines positiven Corona-Tests aus. Zudem steht hinter dem Einsatz von Verteidiger Milos Veljkovic ein Fragezeichen. Der 26-Jährige laboriert an muskulären Problemen im Leistenbereich. "Es ist nichts Strukturelles, aber schmerzhaft. Wir haben Hoffnung, dass er uns am Freitag zur Verfügung steht", so Werner.

Das Comeback von Felix Agu, der zuletzt zweimal wegen  Patellasehnenproblemen fehlte, rückt hingegen näher. Der Allrounder konnte am Dienstag erstmals wieder das komplette Mannschaftstraining absolvieren.

Mögliche Aufstellungen:

Hansa Rostock: Kolke - Becker, Malone, Roßbach, Neidhart - Fröde, Rhein - Duljevic, Behrens, Fröling - Verhoek
Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Friedl - Weiser, Groß, Jung - Bittencourt, Schmidt - Füllkrug, Ducksch

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 11.02.2022 | 19:30 Uhr

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