VIDEO: Machtpoker im Präsidium: Was ist los beim HSV? (3 Min)

HSV-Machtkampf: Vize-Präsident Schulz weist Vorwürfe zurück

Stand: 21.01.2021 11:49 Uhr

Der Machtkampf innerhalb des Präsidiums im HSV e.V. wird nun offen ausgetragen. Die HSV-Gremien haben eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt, auf der Thomas Schulz abgewählt werden soll. Der Vize-Präsident weist die Vorwürfe gegen ihn als "substanzlos" zurück.

Vereins-Präsident Marcell Jansen befindet sich im Zwist mit Schulz und Schatzmeister Moritz Schaefer, die in wichtigen Fragen andere Ansichten als er haben. Dabei geht es einerseits um die Nachbesetzung der beiden freien Plätze im Aufsichtsrat. Andererseits aber auch um den möglichen Verkauf weiterer Anteile. Das berichtet NDR 90,3.

Streit um Aufsichtsrat-Kandidaten

Adidas-Aufsichtsrätin Kathrin Menges und Banker Hans-Walter Peters sind die Kandidaten für den Aufsichtsrat der HSV Fußball-AG. Während bei der Berufung Menges' Einigkeit bestehen soll, scheiden sich an Peters die Geister. Dem Jansen-Kandidaten wird eine Nähe zum umstrittenen HSV-Gesellschafter Klaus-Michael Kühne nachgesagt.

Jansen erhält im Machtkampf mit Schulz und Schaefer nun vereinsintern große Unterstützung. Die Gremien des HSV, also unter anderem Ehrenrat, Beirat, Seniorenrat und Fördernde Mitglieder, haben eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit einem einzigen Tagesordnungspunkt beantragt: der Abwahl von Vize-Präsident Schulz. Die virtuelle Mitgliederversammlung soll spätestens sechs Wochen nach Antragstellung stattfinden.

Vorwurf: Keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Jansen

Schulz wird vorgeworfen, nicht mehr vertrauensvoll mit Jansen zusammenzuarbeiten. Er wird in dem Antrag außerdem aufgefordert, sich bis zur Entscheidung über seine Zukunft bei allen Abstimmungen zu enthalten.

Schulz: "Vorwürfe sind substanzlos"

Am Mittwoch reagierte Schulz und wies die Anschuldigungen zurück. "Die Vorwürfe, die in der Behauptung gipfeln, meine Entscheidungen nicht zum Wohle des HSV zu treffen, sind substanzlos", schrieb der Vize-Präsident bei Facebook. Der Umstand, dass einzelne Präsidiumsmitglieder mit der einen oder anderen Entscheidung nicht einverstanden seien, sei die Konsequenz eines demokratischen Prozesses. "Daran haben sich alle Präsidiumsmitglieder zu halten."

"Hafte auch für nicht getroffene Entscheidungen"

Die Aufforderung, sich bei allen Entscheidungen bis zur außerordentlichen Mitgliederversammlung zu enthalten, weist Schulz "in aller Deutlichkeit zurück". "Ich werde meiner Verantwortung weiterhin nachkommen. Auch vor dem Hintergrund, dass alle Präsidiumsmitglieder nicht nur für ihre getroffenen, sondern auch für nicht getroffene Entscheidungen juristisch persönlich haften."

Neue Rechtsform? Vorstoß der Supporters

Eine führende Gruppe aus den Reihen der mächtigen Supporters mit rund 70.000 Mitgliedern will bei der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung einen Antrag auf Änderung der Rechtsform der Fußball-AG einbringen. Dieser zielt darauf ab, die Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (GmbH &Co. KGaA) umzuwandeln.

Damit könnten mehr Anteile verkauft werden. Die 50+1-Regel, die besagt, dass die Mehrheit an der ausgegliederten Lizenzspielerabteilung in Vereinsbesitz bleibt, wird jedoch nicht verletzt. Diese Rechtsform hat beispielsweise Borussia Dortmund gewählt. Ob die Gruppe die Zustimmung der Supporters-Mehrheit finden wird, ist ungewiss.

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Dieses Thema im Programm:

Sport | 19.01.2021 | 17:00 Uhr

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