Fans im Volksparkstadion des HSV © Witters

Fans im Stadion: So läuft das Saisonfinale beim HSV, bei Hansa und Werder

Stand: 21.05.2021 10:29 Uhr

Holstein Kiel will nicht, Werder Bremen und der HSV belohnen ihre Mitarbeiter - und im Ostseestadion von Hansa Rostock wird richtig Stimmung aufkommen: Die Clubs gehen mit der Zuschauer-Rückkehr am letzten Saisonspieltag sehr unterschiedlich um.

Der Hamburger Senat hat Lockerungen der Corona-Auflagen beschlossen. Bis zu 250 Besucher sind nun wieder bei Freiluft-Veranstaltungen in der Hansestadt möglich. Das betrifft auch das Heimspiel des HSV gegen Eintracht Braunschweig (Sonntag, 15.30 Uhr, im NDR Livecenter), das sportlich für die Hamburger bedeutungslos, für die Gäste aber umso wichtiger ist. Der Club verzichtet allerdings darauf, die Karten für Fans freizugeben. Vielmehr werden Mitarbeiter des Vereins, die wegen der strengen Auflagen in der Pandemie zuletzt nicht an Spieltagen live vor Ort dabei sein konnten, im Stadion Platz nehmen.

Holstein Kiel verzichtet freiwillig auf Fans im Stadion

Den Kieler "Störchen" wurde von der Politik eine Brücke gebaut: Die Stadt bot dem Club an, im Rahmen eines Modellprojekts am letzten Spieltag der Zweitliga-Saison wieder Zuschauer ins Holstein-Stadion zu lassen. Mit einem Sieg gegen Darmstadt 98 (Sonntag, 15.30 Uhr) würde die Mannschaft von Trainer Ole Werner als erster Fußball-Verein aus Schleswig-Holstein den Sprung in die Bundesliga schaffen.

Doch KSV-Präsident Steffen Schneekloth lehnte das Angebot ab. Er wolle weder eine Sonderrolle des Fußballs in der Gesellschaft noch eine "Bevorzugung gegenüber anderen Sportvereinen im Land erfahren", teilte Schneekloth mit. "Denn auch in anderen Ligen und Sportarten kämpfen, sofern möglich, Sportler*innen um Auf- und gegen Abstiege."

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) lobte diese Entscheidung als "Ausdruck großer Verantwortung der Vereinsführung". Ziel sei es, alle Stadien in der neuen Saison wieder für Zuschauer zu öffnen.

Kämpfer setzt auf die Vernunft der Kieler Fans

"Schön wäre es gewesen", sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer dem NDR: "Es ist aber auch viel Aufwand für den Verein, so ein Konzept jetzt aus dem Boden zu stampfen. Die haben ja auch viel um die Ohren", ergänzte der SPD-Politiker, der hofft, dass die Fans am Sonntag nicht über die Stränge schlagen: "Einerseits wollen wir, dass es was zu feiern gibt. Aber wenn 10.000 oder vielleicht 20.000 unterwegs sind, werden in der Euphorie vielleicht auch die Regeln vergessen - und das geht natürlich nicht."

7.500 Zuschauer im Rostocker Ostseestadion

Nicht zuletzt aus Sorge um das Verhalten der Fans hat Mecklenburg-Vorpommern Drittligist Hansa Rostock erlaubt, beim Drittliga-Heimspiel gegen den VfB Lübeck (Sonnabend, 13.30 Uhr, live im NDR Fernsehen und bei NDR.de) gleich 7.500 Zuschauer ins Stadion zu lassen. Hansas Chancen, nach dem Spiel den direkten Aufstieg zu bejubeln, sind ob der Tabellenkonstellation sogar noch ein bisschen größer als in Kiel.

Rostocker Club-Anhänger hatten am Wochenende auf der A9 den Mannschaftsbus zum Halten gebracht, um mit den Spielern zu feiern. Die Autobahn war so zeitweise vollgesperrt. Das war den Entscheidungsträgern offenbar Warnung genug.

Weitere Informationen
Zuschauer beim Spiel Hansa Rostock gegen Halle. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild pool Foto: Bernd Wüstneck

So funktioniert das Zuschauer-Konzept von Hansa Rostock

Am letzten Spieltag gegen den VfB Lübeck dürfen 7.500 Fans ins Ostseestadion. NDR.de gibt einen Überblick über die Regeln. mehr

"Es geht darum, mögliche Fanmassen vor dem Stadiongelände mit in das Stadion zu nehmen. Hier versprechen wir uns eine gezielte und bessere Lenkung von Zuschauerströmen", erklärte Mecklenburgs stellvertretender Ministerpräsident Harry Glawe (CDU). Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? "Es ist davon auszugehen, dass um das Stadion herum Fans auftauchen. Die Fanlandschaft bei Hansa ist größer als 7.500 Leute", gab Club-Präsident Robert Marien zu bedenken und appellierte deshalb "an alle, die geltenden Bestimmungen einzuhalten und sich angemessen zu verhalten. Jeder trägt Verantwortung."

Rostocker Polizei in Alarm-Bereitschaft

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen hatte sich vor der Entscheidung des Landeskabinetts bereits für eine Rückkehr der Fans starkgemacht, weil im Stadion ein Sicherheits- und Hygienekonzept viel einfacher umzusetzen ist. Dem NDR sagte Madsen mit Blick auf die Vorbereitungen der Polizei: "Das Spiel wird als Hochsicherheitsspiel eingestuft und auch als voll ausverkauft, also so, als ob 30.000 Menschen im Stadion wären."

Im Bremer Weserstadion nur Club-Mitarbeiter

Auch Werder Bremen hätte sich am Sonnabend (15.30 Uhr) Unterstützung der Fans gewünscht. Es gilt, gegen Borussia Mönchengladbach den zweiten Bundesliga-Abstieg nach 1980 zu vermeiden. Aber: "Die aktuelle Corona-Verordnung für Bremen lässt das nicht zu", betonte Werder-Mediendirektor Michael Rudolph in der "Kreiszeitung Syke". "Wir haben bei der Bremer Politik vorgefühlt, ob es in dieser Hinsicht bis zum Wochenende noch zu Veränderungen kommen könnte. Das wird aber nicht in einer relevanten Größenordnung der Fall sein, sodass eine Teilöffnung für Zuschauer momentan nicht infrage kommt."

Wie beim HSV dürfen aber etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Clubs ins Weserstadion. "Wir freuen uns darüber, dass die Lockerung der Corona-Verordnung das zulässt und wir die Unterstützung durch die Menschen ermöglichen können, die hier seit Monaten jeden Tag die Herausforderungen der Pandemie auf sich nehmen und mithelfen, Werder Bremen bestmöglich durch diese Phase zu bringen", sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry.

Weitere Informationen
Ein Ball und das Logo der Deutschen Fußball Liga (DFL) © imago/MIS

Das Restprogramm im Bundesliga-Abstiegskampf

Werder Bremen muss um den Bundesliga-Klassenerhalt kämpfen, hat aber am letzten Spieltag alles in eigener Hand. mehr

Die Zweitliga-Meisterschale © Witters Foto: Valeria Witters

Das Restprogramm im Zweitliga-Aufstiegskampf mit Holstein Kiel

Wer schafft den Sprung in die Bundesliga? Das Restprogramm der Zweitliga-Spitzenteams auf einen Blick. mehr

Ein Plakat zeigt das "Abstiegsgespenst" © imago/Hartenfelser

Das Restprogramm im Zweitliga-Abstiegskampf

In der Zweiten Liga stecken der VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig tief im Abstiegskampf. Das Restprogramm im Überblick. mehr

Der Pokal für den Meister der Dritten Liga © imago/Christian Schroedter

Das Restprogramm im Drittliga-Aufstiegskampf

Schafft Hansa Rostock die Rückkehr in die Zweite Liga? Das Restprogramm der Drittliga-Spitzenteams auf einen Blick. mehr

Das Abstiegsgespenst sitzt auf der Tribüne. © imago sportfotodienst

Das Restprogramm im Drittliga-Abstiegskampf

Der SV Meppen kämpft in der Dritten Liga um den Klassenerhalt. Das Restprogramm der Abstiegskandidaten auf einen Blick. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 18.05.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Werder-Fans beim Heimspiel gegen Hertha BSC. © imago images / Nordphoto

Werder Bremen wieder vor vollem Haus

Der Bremer Senat hat den Weg freigemacht. Gegen den 1. FC Heidenheim am 1. Oktober wollen die Hanseaten die 2G-Regeln erstmals anwenden. mehr