Eintracht Braunschweigs Präsident Christoph Bratmann spricht bei der Mitgliederversammlung. © imago images/Hübner

Eintracht Braunschweig: Präsident Bratmann nicht wiedergewählt

Stand: 15.11.2021 12:10 Uhr

Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig befindet sich in einer Führungskrise: Präsident Christoph Bratmann wurde bei der Mitgliederversammlung nicht im Amt bestätigt.

Bratmann war vom Wahlausschuss als einziger Kandidat vorgeschlagen worden. Er erhielt am Freitagabend allerdings nicht die nötige Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Für den SPD-Politiker stimmten 227 der anwesenden Mitglieder, gegen ihn 254.

Nach dem Wahlergebnis verständigten sich die übrigen vier Präsidiumskandidaten Nicole Kumpis, Rainer Cech, Kay-Uwe Rohn und Benjamin Kessel darauf, nicht mehr zur Wahl anzutreten. Bis zur Neuwahl des Präsidiums im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wird das bisherige Präsidium geschäftsführend unter der Führung Bratmanns weiterarbeiten. Eine erneute Kandidatur auf den Vereinsvorsitz schloss Bratmann aus.

Kritik an Bratmann von der Fanabteilung

Der 52-Jährige hatte die Nachfolge des langjährigen Vereinschefs Sebastian Ebel 2020 zunächst kommissarisch angetreten und war dann vor einem Jahr auch offiziell zum Eintracht-Präsidenten gewählt worden. Gegen ihn hatten sich vor der Versammlung vor allem Mitglieder der Fanabteilung und einer eng mit ihr verbundenen "Initiative Eintracht" ausgesprochen. Sie kreiden Bratmann unter anderem den Zweitliga-Abstieg in der vergangenen Saison und die vermeintliche Verhinderung kritischer Aufsichtsrats-Kandidaten an.

Profifußball-Gesellschaft verbucht gut 800.000 Euro Minus

Vor den Wahlen hatten Verein und Profifußball-Gesellschaft ihre Geschäftsergebnisse präsentiert. Der e.V. erzielte einen Überschuss von 30.000 Euro, die Profi-Fußballer verbuchte ein Minus von 843.000 Euro. Ein Ergebnis, mit dem die Eintracht angesichts der massiven Einnahmeverluste aufgrund der Corona-Pandemie durchaus zufrieden ist. Zumal vor einem Jahr das Minus noch 2,3 Millionen Euro betragen hatte.

Das Ergebnis sei "positiv zu bewerten", sagte Rainer Cech, Vizepräsident Finanzen des BTSV und Mitglied des Aufsichtsrates der Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA. Gleichzeitig betonte er, dass die finanzielle Lage der "Löwen" angespannt bleibe.

"Aufgrund des erneuten Abstiegs in die Dritte  Liga am Ende der abgelaufenen Spielzeit und den damit verbundenen Einnahmeverlusten allein bei den TV-Gelder von rund zehn Millionen Euro steht die Kapitalgesellschaft - anders als erhofft - erneut vor großen finanziellen Herausforderungen", so Cech.

Weitere Informationen
Fans von Eintracht Braunschweig © imago

Eintracht Braunschweig: News, Spielplan, Ergebnisse

Braunschweig gilt als Wiege des Fußballs in Deutschland. Die Eintracht feierte 1967 als Meister den größten Erfolg. News, Spielplan, Ergebnisse und Hintergründe zu Eintracht Braunschweig. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.11.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Trainer Jan Zimmermann von Hannover 96 © IMAGO / Eibner

Hannover 96 trennt sich von Trainer Zimmermann

Der Coach muss nach zuletzt acht Spielen ohne Sieg seinen Posten räumen. Gegen den Hamburger SV sitzt ein neuer Coach auf der Bank. mehr