Dopingfall Vuskovic: Befangenheitsantrag abgewiesen

Stand: 14.02.2023 18:51 Uhr

Der kanadische Dopingforscher Prof. Jean-Francois Naud darf den Fall des HSV-Profis Mario Vuskovic als unabhängiger Experte untersuchen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies den Befangenheitsantrag gegen den bestellten Gutachter als unbegründet zurück.

Die Anwälte des kroatischen Nationalspielers hatten die Unabhängigkeit des kanadischen EPO-Spezialisten in Zweifel gestellt, weil Sven Voss, Leiter des Dopinglabors in Kreischa, das Vuskovics Probe analysiert hat, und Naud einer gemeinsamen WADA-Arbeitsgruppe angehören.

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Mario Vuskovic am zweiten Verhandlungstag. © picture alliance / dpa Foto: Frank Rumpenhorst

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Auch nach zwei Verhandlungstagen hat das DFB-Sportgericht noch kein Urteil gefällt. Am 10. März wird weiterverhandelt. mehr

"Es liegen keine Gründe vor, die geeignet sind, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit des abgelehnten Sachverständigen zu begründen. Die Mitgliedschaft des Sachverständigen in der WADA-EPO Working Group ist aus objektiver Sicht nicht dazu geeignet, seine Unparteilichkeit in Frage zu stellen", begründete das Sportgericht hingegen seine Entscheidung.

DFB: Es gibt nur wenige Spezialisten

Es sei laut DFB zudem zu berücksichtigen, "dass die Prüfung und Bewertung einer Analyse zum Nachweis von körperfremden EPO im Urin weltweit nur von wenigen entsprechend qualifizierten und analytisch erfahrenen Wissenschaftlern vorgenommen werden kann".

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Mario Vuskovic vor dem DFB-Sportgericht © picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

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Daher liege es auf der Hand, "dass sich nur derartige Spezialisten hinreichend sachgerecht und zuverlässig mit den Bestimmungen der WADA und den dort entwickelten wissenschaftlichen Methoden befassen und diese entsprechend aus- und bewerten können".

Nächster Verhandlungstermin am 10. März

Bei Vuskovic war in einer Dopingprobe vom 16. September 2022 körperfremdes Erythropoetin (Epo) gefunden worden. Die B-Probe Mitte Dezember bestätigte den positiven Befund. Deshalb hat ihn das DFB-Sportgericht am 15. November im Rahmen einer einstweiligen Verfügung vorläufig gesperrt.

Der nächste Verhandlungstag wurde für den 10. März angesetzt. Vuskovics Anwälte hatten vier Gutachten präsentiert, um den positiven Dopingtest des Kroaten anzufechten. Der 21-Jährige beteuert seine Unschuld.

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Mario Vuskovic (M.) vor dem DFB-Sportgericht. © Witters

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Hamburg Journal | 14.02.2023 | 19:30 Uhr

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