Burgstaller: Glücklos auf Schalke, Goalgetter beim FC St. Pauli

Stand: 04.12.2021 09:38 Uhr

Auf Schalke zuletzt glücklos, beim FC St. Pauli wieder der Knipser vom Dienst: Guido Burgstaller hat in Hamburg seinen Torjägerinstinkt wiedergefunden und mischt mit dem Kiezclub die Zweite Liga auf. Heute könnte er gegen seinen Ex-Club am Millerntor die Herbstmeisterschaft feiern.

von Matthias Heidrich

Hauchzart mit dem Kopf gegen Nürnberg, traumhaft präzise mit links gegen Sandhausen und kompromisslos mit rechts gegen Hansa Rostock: Die jüngsten drei Tore haben die ganze Bandbreite des Österreichers gezeigt. Burgstaller ist ein kompletter Stürmer und nach Torflaute und Aussortierung auf Schalke im hohen Norden wieder aufgeblüht.

"Wie oft Guido quasi aus dem Nichts das 1:0 macht, das hilft der Mannschaft natürlich." Loic Favé über Burgstaller

Saisonübergreifend hat der 32-Jährige, der vor gut einem Jahr von den "Königsblauen" zu den Kiezkickern wechselte, bereits 25 Tore in 38 Spielen erzielt. Burgstaller war Anfang des Jahres das Gesicht der Wende beim strauchelnden FC St. Pauli und ist es auch jetzt wieder, wenn sich Zweitliga-Spitzenreiter anschickt, am Bundesligaaufstieg zu schnuppern.

Burgstaller selbst macht wenig Aufhebens um seine Person und die aktuelle Tabellenführung. "Wir sind alle Sportsmänner und wollen nach dem Höchsten streben, aber man sieht, wie eng es in der Liga zugeht, wie schwierig jedes Spiel ist", sagte er nach dem 3:2-Erfolg in Nürnberg am vergangenen Wochenende. "Bis jetzt sind wir sehr zufrieden."

Herbstmeister = Aufsteiger?

Können die Profis von Trainer Timo Schultz auch sein. Nach dem Darmstadt-Debakel hat sich St. Pauli mit zwei Siegen in Folge sofort zurückgemeldet und könnte nach der Niederlage von Darmstadt am Freitag gegen Düsseldorf heute gegen Schalke (20.30 Uhr im Audio-Livestream im Livecenter) die Herbstmeisterschaft feiern. Ein wertloser Titel, aber in den vergangenen Jahren oft das Gütesiegel späterer Aufsteiger.

Karten behalten ihre Gültigkeit

Obwohl beim Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag eine Begrenzung auf 15.000 Zuschauer bei Fußballspielen beschlossen wurde, gilt diese Regelung am Samstagabend noch nicht. Wie ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde mitteilte, sollen die Zuschauerbeschränkungen bei Großveranstaltungen erst in der kommenden Woche in die Eindämmungsverordnung der Hansestadt aufgenommen werden.

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St. Pauli bestätigte am Donnerstagabend, dass alle verkauften Tickets sowie die Dauerkarten ihre Gültigkeit behalten. An die Fans wird appelliert, vor und in den Tagen nach der Partie Schnelltests zu machen. Zudem wird das Tragen einer Maske empfohlen.

Corona kurios: Beide Trainer nicht mit dabei

Trainer Schultz wird nicht zum Top-Duell gegen den Tabellenvierten erscheinen können. Nach seiner Coronavirus-Infektion befindet sich der Cheftrainer noch in häuslicher Isolation, meldete sich auch bei der Mitgliederversammlung am Mittwoch nur per Video-Botschaft. Auch Torwarttrainer Matthias Hain fehlt, er wurde am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich in Quarantäne.

"Schalke ist ein großer Name, auf den man normalerweise nicht in der Zweiten Liga trifft." Loic Favé

An der Seitenlinie wird wie schon in Nürnberg wieder Co-Trainer Loic Favé stehen, der vor den Gelsenkirchenern warnte. "Schalke ist ein großer Name, auf den man normalerweise nicht in der Zweiten Liga trifft", sagte Favé. "Sie sind eine Mannschaft mit viel Wucht und Athletik und haben mit Thomas Ouwejan einen der besten Standardschützen der Liga."

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Kurioserweise reist auch Schalke ohne Cheftrainer an. Der Verdacht einer Corona-Infektion bei Dimitrios Grammozis hat sich am Freitag bestätigt. Kontakt zu seinem Team hat er nach Vereinsangaben seit dem vergangenen Wochenende nicht mehr gehabt. In Hamburg wird der ehemalige HSV-Spieler von seinen Assistenten Sven Piepenbrock und Mike Büskens vertreten.

Schalke ohne Zweitliga-Rekordtorjäger Terodde

Dass den Gästen mit dem verletzten Zweitliga-Rekordtorjäger Simon Terodde auch ihr bester Stürmer fehlt, fällt für Favé kaum ins Gewicht: "Der Schalker Kader hat eine gute Breite. Mit anderen Stürmertypen kommen andere Herausforderungen auf uns zu. Das macht sie vielleicht ein bisschen unberechenbarer."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 02.12.2021 | 19:30 Uhr

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