VIDEO: VfL Osnabrück: Trapp weist aufmüpfigen Simakala zurecht (1 Min)

Braunschweig - Osnabrück: Bloß nicht die Kontrolle verlieren

Stand: 12.09.2021 09:54 Uhr

Eintracht Braunschweig empfängt heute den VfL Osnabrück zum Drittliga-Nordduell. Beide Teams sind nach holprigem Saisonstart im Aufwind. Die Gäste machten zuletzt durch ein 3:0 gegen Viktoria Köln von sich reden - und durch eine interne Auseinandersetzung auf dem Rasen.

Es liefen bereits die letzten Sekunden der Nachspielzeit der ersten Hälfte in der Montagspartie des VfL gegen Köln, als die Hausherren kurz vor dem Gäste-Strafraum einen Freistoß zugesprochen bekamen. Ba-Muaka Simakala schnappte sich in seinem vierten Drittliga-Einsatz den Ball und wollte den Standard ausführen. Unglücklich nur für den Neuzugang vom SV Rödinghausen, dass nicht er, sondern Lukas Gugganig dafür vorgesehen war. Verteidiger Maurice Trapp versuchte dies seinem Teamkameraden zunächst verbal deutlich zu machen. Aber Simakala wollte das Spielgerät nicht hergeben. Darüber wiederum war Trapp - gelinde ausgedrückt - not amused.

Streit um einen Freistoß eskaliert beinahe

Der 29-Jährige schlug dem Angreifer den Ball aus der Hand. Hernach meckerte Simakala darüber, sodass sich die beiden Osnabrücker plötzlich Kopf an Kopf gegenüberstanden. Es hätte, so sah es jedenfalls für den neutralen Beobachter in diesen Momenten aus, nicht viel gefehlt, und die beiden VfL-Profis wären sich an die Gurgel gegangen. Schiedsrichter Richard Hempel (Großnaundorf) machte den beiden Streithähnen schließlich deutlich, dass sie ihren Zwist doch besser beenden sollten - was sie dann mit Blick auf mögliche Gelbe Karten auch taten.

Der Zoff um den ruhenden Ball zeugte zum einen davon, dass der aufmüpfige Simakala die Freistoß-Hierarchie bei seinem neuen Brötchengeber noch nicht verinnerlicht hat. Aber er war eben auch ein Beweis für die große Motivation des Neu-Osnabrückers, im neuen Umfeld endlich den Durchbruch im Profifußball zu schaffen.

Scherning: "Geklärt, wie er sich zu verhalten hat"

Denn dieser ist dem Deutsch-Kongolesen bei seinen bisherigen Stationen - unter anderem Borussia Mönchengladbach und Roda JC Kerkrade verwehrt geblieben. Bei den "Lila-Weißen" läuft es für den Offensivmann bis dato vielversprechend. Ein Tor und eine Vorlage schlagen für ihn zu Buche. Ob der gebürtige Eschweiler allerdings auch in der Auswärtspartie heute bei der Eintracht (14 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) von Beginn auf Torejagd gehen darf, ist nach seinem "Ballklau" gegen Köln fraglich. "Es ist absolut geklärt, wie er sich zu verhalten hat", sagte Trainer Daniel Scherning lediglich zu besagter Szene.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Taweesak Jarearnsin

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Es ist davon auszugehen, dass der 37-Jährige dem Angreifer den Kopf gewachsen hat. Und Simkala muss befürchten, gegen den BTSV zusätzlich mit einem Bankplatz abgestraft zu werden. "Wir haben am Montag in einer bestimmten Konstellation ein sehr gutes Heimspiel gemacht", erklärte Scherning vielsagend. Denn so richtig "dufte" wurde der Osnabrücker Auftritt erst in Hälfte zwei, als alle drei VfL-Treffer fielen. Simkala war zur Halbzeit Gelb-Rot-gefährdet in der Kabine geblieben.

BTSV-Coach Schiele von Osnabrück beeindruckt

Braunschweigs Coach Michael Schiele hat die Entwicklung beim kommenden Gegner genau beobachtet. "Es ist schon beeindruckend, was der VfL in den vergangenen Spielen gemacht hat. Man sieht, dass der Umschwung Früchte trägt. Sie haben ausgebuffte Spieler und können mit Erfahrung in der Verteidigung punkten. Es ist absolut eine interessante Aufgabe", sagte der 43-Jährige. Doch auch bei seiner nach dem Abstieg ebenfalls umformierten Mannschaft greifen die Automatismen immer besser, wovon zehn Punkte aus den vergangenen vier Partien zeugen. Weil Stillstand aber bekanntlich Rückschritt bedeutet, tüftelt Schiele mit seiner Entourage weiter akribisch am spielerischen Fortschritt.

"In vielen Phasen wollen wir uns weiter optimieren und besser werden. Dabei haben wir uns auch auf Standards fokussiert", erklärte der Trainer.

Vier Braunschweiger treffen auf Ex-Club

Personell gibt es bei den "Löwen" noch einige Fragezeichen. So ist Angreifer Benjamin Girth nach überstandener Knieverletzung zwar wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Doch ob er gegen seinen ehemaligen Club wieder einsatzbereit sein wird, ist sehr ungewiss. Für einen weiteren Ex-Osnabrücker, Luc Ihorst (Aufbautraining nach Muskelfaserriss), kommt die Partie wohl noch zu früh. Bryan Henning und Maurice Multhaup, die ebenfalls in der vergangenen Serie noch Gehaltsempfänger beim Nachbarclub waren, können in jedem Fall auflaufen. Und an Motivation wird es ihnen gewiss nicht mangeln, bedeutete der Wechsel von der Bremer Brücke an die Hamburger Straße doch einen Neuanfang für sie.

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"Mein eines Jahr in Osnabrück ist leider nicht so gut gelaufen", sagte der Zweitliga-erfahrene Multhaup mit Blick auf den Abstieg mit dem VfL. Besonders brisant: Braunschweig hatte durch seinen 4:0-Erfolg am 28. Spieltag der vergangenen Serie an der Bremer Brücke einen nennenswerten Anteil daran, dass die "Lila-Weißen" den Klassenerhalt verpassten. Es gilt für die Gäste am Sonntag also auch, sich für diese Pleite zu revanchieren - und die Emotionen unter Kontrolle zu halten...

Die möglichen Aufstellungen:

Eintracht Braunschweig: Fejzic - Wiebe, Behrendt, Schultz, Kijewski - Krauße, Nikolaou, Pena, Zauner, Henning, Multhaup - Lauberbach
VfL Osnabrück: Kühn - O. Traoré, Trapp, Gugganig, Kleinhansl - Taffertshofer, Simkala, Klaas, Köhler, Opoku - Heider

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 12.09.2021 | 22:50 Uhr

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