Stand: 18.12.2017 10:54 Uhr

Wie Amazon mit Alexa Kundendaten sammelt

Kennen Sie Alexa? So heißt die Sprachassistentin im Lautsprecher Echo von Amazon. Sie kann zum Beispiel Musik wiedergeben, Geräte im Haushalt steuern und Produkte beim Online-Händler Amazon bestellen. Wie gut klappt das im Alltag? Und wie sieht es mit dem Datenschutz und der Privatsphäre aus? Markt Autor Uwe Leiterer probiert es aus. Heute: Alexa sammelt Nutzerdaten.

Amazon steht nicht erst seit dem Verkauf der Echo-Lautsprecher in der Kritik von Datenschützern. Wie kein anderer Konzern hat Amazon die Daten seiner Kunden - es gibt allein 40 Millionen Kundenkonten in Deutschland - ausgewertet.

Markt Autor Uwe Leiterer spricht in den Lautpsrecher Echo von Amazon

Alexa: Die Fangarme der Datenkrake Amazon

Markt -

Amazon sammelt schon lange Kundendaten. Durch Alexa bekommt der Konzern aber ein noch klareres Bild seiner Kundschaft. Die Alexa-App bestimmt Standort und sammelt Nutzerdaten.

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Das konnte im Prinzip jeder schon einmal selbst am Rechner bemerken. Passende Angebote zum Objekt der Begierde poppen plötzlich auf dem Bildschirm auf - natürlich mit direkter Verbindung zum Amazon-Shop. Und das, obwohl man gerade Nachrichten liest. Amazon sammelt stetig Daten über jeden Kunden. So werden Vorlieben herausgefiltert und die Kunden kategorisiert - eine äußert erfolgreiche Form personalisierter Werbung.

Echo ermöglicht Amazon präzise Kundenprofile

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Amazon nutzt Echo, um Daten für Kundenprofile zu sammeln.

Indem Amazon es von Anfang an gut verstanden hat, die Daten der Kundschaft zum eigenen Vorteil auszuwerten - was legitim ist -, gelang es dem Konzern früh, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Doch erst durch Alexa bekommt Amazon ein viel schärfer umrissenes Bild seiner Kundschaft. Kein Wunder: Bei jedem Kommando, das wir Alexa zurufen, wird unser persönliches Profil ein Stück umfangreicher.

Alexa-App bestimmt Standort und sammelt Nutzerdaten

Während WhatsApp, Facebook, Microsoft und Google schon längst auf die Standortdaten ihrer Handynutzer zurückgreifen können, schaute Amazon bisher in die Röhre. Diese Lücke wurde durch die Alexa-App geschlossen. Die Standortdaten des Handys werden regelmäßig an Amazon übertragen. Denn jedes Alexa-taugliche Gerät braucht zur Installation zwingend eine Verbindung zur gleichnamigen App. Wird die installiert, möchte Amazon auch gerne noch Zugriff auf die Telefonkontakte, damit man mit Alexa (ähnlich wie bei WhatsApp) auch telefonieren kann. Das funktioniert zwar nur mit Besitzern Alexa-tauglicher Geräte (Echo-Lautsprechern und Smartphones mit Alexa-App), trotzdem bekommt Amazon damit auch alle Telefonnummern von den privaten Kontakten. Das betrifft auch Kontakte, die niemals selbst die Einwilligung zur Nutzung ihrer Telefonnummer gegeben hätten.

Das identische Problem gibt es auch bei der Nutzung von WhatsApp, Facebook, Google und windigen App-Anbietern, die sich alle gerne - und häufig ohne ersichtlichen Grund - an den Kontaktdaten ihrer Nutzer vergreifen. Stimmt man nicht zu, kann man den Dienst nicht nutzen. Bei Alexa kann man dann nicht telefonieren, alle anderen Dienste funktionieren aber uneingeschränkt.

Tipp: Durch Zweithandy möglichst wenig Daten preisgeben

Wer nicht auf Alexa und ihre smarten Geräte verzichten will, sollte sich trotzdem schon vor dem Kauf ein paar grundsätzliche Gedanken machen, wie viel sie oder er bereit ist von sich preiszugeben. Zumindest kann man seine privaten Kontakte schützen, indem man den Zugriff auf die Telefonnummern nicht erlaubt. Alternativ kann man für alle Alexa- und Smart-Home-Installationen ein Zweithandy benutzen, das vorher auf Werkseinstellungen zurückgesetzt wird. Nachteil: Wer die Funktionen unterwegs nutzen will, benötigt ein WLAN oder eine zweite SIM-Karte. Auf jeden Fall hat man dann zwei Handys in der Tasche - so richtig nach Fortschritt fühlt sich das dann nicht mehr an.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 08.01.2018 | 20:15 Uhr

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