Stand: 26.10.2018 11:12 Uhr  | Archiv

40 Jahre Umweltschutz im Zeichen des Blauen Engels

Das Siegel des Umweltzeichens Blauer Engel © Blauer Engel / RAL gGmbH
Dieses Zeichen finden Kunden auf den geprüften Produkten.

Der gute Wille ist oft vorhanden: Viele Menschen würden gern umweltbewusst einkaufen. Doch im Alltag ist es schwierig einzuschätzen, welche Produkte mit Rücksicht auf die Natur hergestellt wurden. Orientierung bietet ein Siegel, das bereits seit 40 Jahren vergeben wird, und das inzwischen mehr als 12.000 Waren tragen dürfen: Der Blaue Engel.

Wer steckt dahinter?

Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung. Es garantiert "hohe Standards zum Schutz unserer Umwelt und Gesundheit - unabhängig und glaubwürdig", so Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Die Kriterien für die Vergabe legt das Umweltbundesamt fest. Eine Jury, in der unter anderem Umwelt- und Verbraucherverbände, Handel, Handwerk, Wissenschaftler und Bundesländer vertreten sind, vergibt das Zeichen.

Welches sind die Kriterien?

Bundesinnneminister Gerhart Baum (3. v. l.) verleiht 1979 die ersten Umweltzeichen Blauer Engel für lärmarme Rasenmäher. © Globus-Press GmbH & CO. KG
1978 gingen die ersten Blauen Engel unter anderem an lärmarme Rasenmäher.

Im Mittelpunkt der Beurteilung steht die Frage, wie die Produkte Klima, Böden, Wasser, Luft und Ressourcen belasten. Die Waren sollen der Umwelt weniger schaden, als vergleichbare Produkte, indem etwa bei der Herstellung Rohstoffe sparsam eingesetzt wurden und möglichst nachhaltig produziert wurde. Außerdem sollen die Gegenstände - je nach Warengruppe - langlebig sein, wenig Lärm und Abgase verursachen und sich gut recyceln lassen.

Welche Produkte tragen das Siegel?

Das Umweltzeichen Blauer Engel auf einer Packung Filtertüten. © NDR Foto: Axel Franz
Auch Kaffeefilter können das Umweltzeichen bekommen.

Die Palette ist breit. Bekannte Beispiele sind Lacke und Farben, Küchen- und Toilettenpapier, leise und sparsame Haushaltsgeräte sowie Heizungsanlagen. Ausgezeichnet wurden aber auch schon Schuhe und Schädlingsbekämpfungsmittel, Bodenbeläge und Telefone und sogar zwei Fährschiffe. Ausgenommen sind Lebensmittel und medizinische Produkte.

Steht der Blaue Engel für hohe Qualität?

Nicht unbedingt. Beim Blauen Engel entscheiden allein Umweltkriterien. Über den Gebrauchswert, wie ihn etwa Stiftung Warentest prüft, sagt das Siegel nichts aus. Auch der Verkaufspreis der Waren spielt keine Rolle, günstige Produkte können ebenso vertreten sein wie teure.

Wer informiert über die Produkte?

Die Hersteller drucken das Siegel des Blauen Engels in der Regel auf die Verpackung. Auf der Website des Umweltzeichens gibt es eine Datenbank, in der Hunderte Waren und ihre Hersteller genannt werden.

Wer wählt die Produkte aus?

Die Jury des Blauen Engels wird auf Antrag der Hersteller aktiv. Sie müssen einen umfangreichen Fragenkatalog beantworten und die Angaben etwa durch Zertifikate belegen. Die Beantragung kostet 400 Euro, wer das Siegel auf seinen Waren verwendet, zahlt zusätzlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachrichten | 25.10.2018 | 15:05 Uhr

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