Stand: 13.05.2016 16:48 Uhr  | Archiv

Was bedeutet das DLG-Siegel?

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Mehr als die Hälfte der Testkandidaten wird mit dem "Goldenen Preis" ausgezeichnet.

Sie prangen auf Marmeladegläsern und Kaugummipackungen, Bieretiketten und Fertigpizzen: die runden, meist goldfarbenen Plaketten mit dem Aufdruck "DLG prämiert". Auf immer mehr Produkten in Supermarkt-Regalen sind sie zu finden. Verbrauchern soll der Aufdruck signalisieren, dass es sich um hochwertige Lebensmittel handelt. Das Kürzel DLG steht für Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Der gemeinnützige Verein versteht sich als "politisch unabhängige, neutrale Fachorganisation der Agrar- und Ernährungswirtschaft". In Vorstand und Aufsichtsrat der DLG, die seit 1885 existiert, sind zahlreiche Landwirte vertreten. Zu den Schwerpunkten der Arbeit zählen Tests: von Lebensmitteln, aber auch von landwirtschaftlichen Geräten.

Tausende Produkte im Test

Die Testkandidaten sucht die Gesellschaft nicht selbst aus. Lebensmittel-Hersteller oder -Händler können ihre Produkte einreichen und gegen eine Gebühr von mehreren Hundert Euro prüfen lassen. So nehmen am jährlichen Bier-Test rund 800 Biere und Mischgetränke von 200 Brauereien teil. Bei der jüngsten Prüfung erhielten 624 Produkte eine der Medaillen, die in den Abstufungen Gold, Silber und Bronze vergeben werden. Fast 500 Kandidaten erreichten den Gold-Status, nur zwölf kamen auf Bronze. Wer durchfällt, erfahren die Verbraucher nicht, denn nur die Namen der prämierten Waren werden veröffentlicht. Insgesamt, so die DLG, beträgt bei 30.000 jährlich geprüften Produkten die Durchfaller-Quote je nach Warengruppe zwischen 5 und 20 Prozent.

Wie schmeckt's?

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Die Prüfer der DLG arbeiten im Alltag meist in der Lebensmittelbranche.

Der Schwerpunkt der DLG-Prüfung liegt auf der sensorischen Analyse: Wie sieht das Produkt aus, wie riecht und schmeckt es? Dazu begutachten die Prüfer, die zuvor von der DLG geschult werden, die Testkandidaten anonym, also ohne den Produktnamen oder den Preis zu kennen. Später fließen auch die Verpackung und die Kennzeichnung in das Gesamturteil ein. Außerdem finden Labortests statt, beim Bier etwa werden der Alkoholgehalt und die Stabilität des Schaums geprüft. Nach Angaben der DLG basieren die Testmethoden auf "aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Qualitätssicherung". Nach Schadstoffen wird - im Unterschied zur Arbeit von Stiftung Warentest und Öko-Test - nicht geforscht. Die Hersteller müssen lediglich schriftlich versichern, dass "die gesetzlichen lebensmittelrechtlichen Vorgaben eingehalten werden".

So wird bewertet

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Was besagt das DLG-Siegel?

Das Bayerische Fernsehen berichtet von einer DLG-Käseprüfung. extern

Bei den Tests suchen die Prüfer nach Mängeln, nicht nach herausragenden Produkten. Die Ergebnisse der Prüfung werden mit einer Fünf-Punkte-Skala dokumentiert. Die höchste Punktzahl erhalten bereits Waren, die "keine Abweichung von den Qualitätserwartungen" aufweisen. Für "starke Abweichungen" gibt es nur noch einen der fünf möglichen Punkte. Verbraucher können sich auf der Webseite der DLG einen Überblick über die geprüften Waren und die Ergebnisse verschaffen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 02.04.2012 | 21:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Was-bedeutet-DLG-Siegel,dlg106.html

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