Stand: 27.04.2018 09:20 Uhr  | Archiv

Wandfarbe im Test: Tipps zum Streichen

von Sebastian Dubielzig

Wer Wände streichen möchte, steht vor einer großen Auswahl an Farben. Doch nicht alle Produkte decken gut, halten lange und sind umweltfreundlich. Beim Kauf sollte man daher auf bestimmte Qualitätshinweise achten.

RAL-Palette mit normierten Farben

Benutzte Pinsel auf einem Eimer mit weißer Wandfarbe © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Franziska Gabbert
RAL-Farben sind normiert und lassen sich in der Regel problemlos nachkaufen.

Wer Farben selbst mischt, kann sie in der Regel nicht im selben Farbton nachkaufen, etwa um beschädigte Stellen an der Wand auszubessern. Empfehlenswert ist daher der Kauf von sogenannter RAL-Farbe. Sie orientiert sich an einer Reihe weltweit eingesetzter Farbsysteme und Farbkataloge. Diese enthalten jeweils eine Palette normierter Farben - ein Nachkaufen im selben Farbton ist meist problemlos möglich.

Deckkraft: Auf den Untergrund achten

Die Deckkraft gibt an, wie gut eine Farbe eine andere Farbe überdecken kann:

  • Eine Farbe mit möglichst hoher Deckkraft sollte man für kontrastreichen Untergrund wählen.
  • Eine Farbe mit niedriger Deckkraft ist für kontrastarme Flächen in der Regel ausreichend.

Die Deckkraft von Farben wird durch die Norm EN 13300 in vier Klassen unterteilt. Am besten sollte eine Farbe mit der Klasse 1 decken.

Nassabrieb: Robust beim Reinigen

Wer lange Freude an seiner frisch gestrichenen Wand haben will, sollte auf die sogenannte Nassabriebbeständigkeit der Farbe achten. Sie gibt an, wie widerstandsfähig Wandfarben gegen mechanischen Abrieb sind, zum Beispiel beim Reinigen der Oberfläche. Laut Norm EN 13300 bezeichnet Klasse 1 die höchste Nassabriebbeständigkeit und wird häufig in Hauseingängen und öffentlichen Gebäuden verwendet. Wandfarben der Klasse 5 sind wenig robust.

Wandfarben ohne Konservierungsstoffe

Die meisten Wandfarben enthalten Konservierungsstoffe. Sie sorgen dafür, dass sich Bakterien und Pilze in der Farbe nicht vermehren und die Farbe möglichst lange haltbar bleibt. Die in Farben verwendeten Konservierungsstoffe wie Isothiazolinone können jedoch Allergien auslösen. Inzwischen gibt es auch Wandfarben ohne Konservierungsstoffe. Sie haben einen anderen pH-Wert als herkömmliche Farbe und sollen dadurch lange haltbar sein.

Tipps: Wände richtig streichen

  • Menge der Farbe: Die Wand ausmessen und passend dazu die richtige Menge Farbe kaufen. Für wie viel Quadratmeter die Farbe reicht, ist auf dem Eimer angegeben. Bei kontrastarmen Flächen reicht oft ein Anstrich.
  • Untergrund vorbereiten: Löcher und Putzschäden lassen sich mit der Farbe in der Regel nicht kaschieren. Unebenheiten deshalb vor dem Streichen spachteln und schleifen. Die Wand mit sogenanntem Tiefengrund behandeln. Die Flüssigkeit härtet den Untergrund, sodass sich beim Streichen keine Teilchen von der Wand lösen und mit der Farbe vermischen.
  • Umgebung schützen: Den Fußboden mit Malerfilz oder alten Zeitungen abdecken. Rahmen, Leisten und Steckdosen mit Kreppband abkleben.
  • Farbe auftragen: Die Farbe im Eimer gut umrühren. Zunächst mit der kleinen Rolle oder dem Pinsel schwer zugängliche Stellen erledigen. Die Farbe gleichmäßig und auch kreuzweise verteilen.
  • Von oben nach unten: Mit der Decke starten, später den unteren Teil der Wand streichen. So vermeiden Sie Spritzer auf frisch gestrichenen Flächen.
  • Große Flächen: Eine Teleskopstielverlängerung und eine große Rollen verwenden.
  • Farbreste entsorgen: Flüssige Farbe darf nicht in die Toilette gekippt oder im Hausmüll entsorgt werden. Sie gehört auf einen Wertstoffhof. Nur eingetrocknete Wandfarbe darf in den Hausmüll.

Weitere Informationen
diverses Werkzeug © fotolia.com Foto: donatas1205

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Dieses Thema im Programm:

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